Grüner Tee zählt zu den beliebtesten Heißgetränken der Deutschen, gilt als gesundheitsfördernd und gut bekömmlich. Bevor er in die heimische Teekanne gelangt, nimmt er allerdings eine lange Reise auf sich: Er kommt aus China, wo er bereits seit Jahrtausenden angebaut und getrunken wird. Geschmack und Wirkung der Teeblätter hängen davon ab, wie die Teepflanzen kultiviert und weiterverarbeitet werden, aber auch die Art der Zubereitung ist von Bedeutung. Mit dem nötigen Wissen über grünen Tee und seine verschiedenen Sorten wird das Trinken zum besonderen Genuss.
In China hat der Anbau und Genuss von grünem Tee eine sehr lange Tradition. Schon im 6. Jahrhundert v. Chr. entdeckten vor allem buddhistische Mönche die geschmackvollen Blätter der Pflanze Camellia sinensis für sich, welche auf verschiedene Arten zerkleinert und aufgebrüht wurden. Während er zu Anfang noch zu Pulver gerieben wurde, trinkt man grünen Tee in China bis heute aus dem ganzen Blatt. Durch die Kreuzung der Camellia sinensis entstanden mit der Zeit die verschiedensten Sorten mit charakteristischen Aromen. Doch China ist einziges Herkunftsland - auch in Japan und Indien werden zahlreiche Arten grünen Tees hergestellt.
Aus der Teepflanze wird übrigens nicht nur grüner, sondern auch schwarzer Tee gewonnen. Der Unterschied liegt in der Weiterverarbeitung: Während schwarzer Tee nach der Ernte oxidiert oder auch “fermentiert” wird, damit sich ätherische Öle entfalten, werden die Teeblätter beim grünen Tee lediglich geröstet oder gedämpft. Durch diese Vorgehensweise bleiben einige Pflanzenstoffe in den Blättern erhalten, die im Zuge der Fermentierung abgebaut worden wären. Außerdem behalten sie im Gegensatz zum Schwarztee ihre grüne Farbe.
Eine besondere Sorte grünen Tees ist Matcha Tee, der als besonders edel gilt und im Verhältnis zu herkömmlichem grünen Tee recht teuer ist. Matcha Tee zeichnet sich durch seine intensive grüne Farbe und seine fein-pulvrige Beschaffenheit aus.
Im Allgemeinen wird grünem Tee eine positive Wirkung auf Stoffwechsel und Wohlbefinden zugeschrieben: Er gilt als magenfreundlich, anregend und sogar entzündungshemmend. Doch was steckt wirklich in den grünen Teeblättern?
Einen wichtigen Inhaltsstoff stellt - ähnlich wie beim schwarzen Tee - das anregende Koffein dar, dessen Konzentration sich allerdings von Sorte zu Sorte unterscheidet. Den größten Koffein-Gehalt haben die japanischen Grünteesorten Gyokuro und Sencha; den niedrigsten Gehalt weisen Kukicha und Bancha auf. Das Koffein wirkt ähnlich wie im Kaffee anregend, allerdings sanfter und langanhaltender, da es langsamer abgegeben wird.
Zu den Pflanzenstoffen, die durch die schonende Verarbeitung des grünen Tees erhalten bleiben, zählen Catechine bzw. Flavanole wie Epicatechin, Epicatechingallat, Epigallocatechin und Epigallocatechingallat (EGCG). Sie verleihen grünem Tee nicht nur seine bittere Note, sondern sollen sich auch positiv auf die Gesundheit auswirken, indem sie den Körper vor Schadstoffen (freien Radikalen) schützen und den Blutzuckerspiegel niedrig halten. Diese Wirkung konnte nach wissenschaftlichen Tests jedoch noch nicht eindeutig bestätigt werden.
Ein weiterer Bestandteil der grünen Teeblätter sind Aminosäuren, die zum Geschmack des Tees beitragen. Weiterhin stecken die Vitamine A, B und B2, Calcium, Kalium, Magnesium, Phosphorsäure, Zink, Kupfer, Nickel, Carotine, Fluorid und Tannine (Gerbstoffe) in grünem Tee. Den Gerbstoffen wird eine beruhigende Wirkung auf Magen und Darm nachgesagt.
Vom allgemeinen Bio-Boom ist auch Tee nicht ausgeschlossen: Mittlerweile gibt es ein beachtliches Sortiment an Bio-Tees, die international gültigen Bio-Richtlinien entsprechen. Es geht darum, Pflanzen und Boden nicht durch Schadstoffe, die in Kunstdünger und Schädlingsbekämpfungsmitteln stecken, zu belasten. Dementsprechend wird bei biologischem Anbau auf Pestizide verzichtet; stattdessen verwendet man Dung und Kompost als natürlichen Dünger und greift zu pflanzlichen Mitteln, um die Plantage vor Schädlingen zu schützen.
Bei konventionellen Tees dagegen kommen häufig Stoffe in den Teebeutel, die Körper und Umwelt alles andere als gut tun. Werden Pestizide auf dem Feld eingesetzt, sind deren Rückstände auch nach der Ernte noch an den Teeblättern zu finden. Beim Trinken des Tees werden diese von uns aufgenommen und setzen dem Körper zu; doch der Verbraucher ist nicht das einzige Opfer: Auch die Arbeiter kommen mit den Giften in Berührung, und da sie außerdem ins Grundwasser gelangen, wird auch die Umwelt in Mitleidenschaft gezogen. Demzufolge sind grüne Bio Tees durch den Verzicht auf Pestizide eine gesunde und umweltschonende Alternative zu konventionellen Tees.
Nicht nur Teesorte und Herstellung spielen in den Geschmack und Wirkung von grünem Tee mit hinein; auch die Art der Zubereitung ist von Bedeutung. Dies fängt bei der Temperatur des Wassers an - dieses sollte nach dem Aufkochen auf etwa 70 °C abkühlen, bevor der Tee übergossen wird. Bezüglich der Ziehdauer gilt: Je länger grüner Tee zieht, desto mehr Flavanole mit gesundheitsfördernder Wirkung enthält er. Mit zunehmender Ziehdauer und auch Wassertemperatur wird der Tee allerdings auch bitterer. Für eine beruhigende Wirkung lässt man grünen Tee am besten fünf Minuten ziehen; soll er anregend wirken, genügen zwei bis drei Minuten.
Je nach Vorliebe verfeinern manche Teetrinker ihren grünen Tee mit Milch und/ oder Zucker. Echte Grünteetrinker genießen ihn allerdings pur. Sein volles Aroma entfaltet er in möglichst weichem Wasser.
Egal ob im Supermarkt, in der Apotheke oder im Teegeschäft: Wer grünen Tee kaufen will, hat meist die Auswahl zwischen vielen Marken und Sorten. Welche Produkte nur gute Inhaltsstoffe enthalten, ob sie aus kontrolliertem Anbau stammen oder welche Nährstoffe in ihnen stecken, ist für den Verbraucher in der Regel nur schwer ersichtlich. Aus diesem Grund will Codecheck.info Verbrauchern helfen, den Überblick zu bewahren und den Markt grundsätzlich transparenter zu machen. Informieren Sie sich daher vor dem Kauf auf Codecheck.info über Nährstoffgehalt, Inhaltsstoffe, Labels, Herkunftsland und weitere wichtige Fakten zum Produkt Ihrer Wahl. Sie sehen auf einen Blick, welche Inhaltsstoffe empfehlenswert oder möglicherweise bedenklich sind und können sich ausführliche Informationen zu einzelnen Stoffen, Produkttests und Labels anzeigen lassen. Des Weiteren schlägt Codecheck.info Alternativen zu Produkten mit kritischen Inhaltsstoffen an. Die Kaufentscheidung für den besten Tee fällt auf diese Weise ganz einfach.
Sämtliche Daten und Einschätzungen bezieht Codecheck.de von renommierten Verbrauchermagazinen wie Stiftung Warentest, Ökotest oder der Verbraucher Initiative. Weil aber auch Erfahrungen anderer Verbraucher mit dem Produkt für die Kaufentscheidung interessant sein können, stellt Codecheck.info auch eine Austauschplattform für Konsumenten dar.
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