Süßer Joghurt aus dem Becher ist bei deutschen Konsumenten sehr beliebt. Lecker süß und cremig, in einer Vielzahl an Geschmackssorten erhältlich und sofort genussfertig - der perfekte schnelle Nachtisch oder Snack für zwischendurch. Doch die Zeiten, in denen allein der Geschmack ausschlaggebend für die Kaufentscheidung war, sind längst vorbei. Heute soll der Joghurt nicht nur lecker, sondern auch gesund, kalorienarm oder verdauungsfördernd sein. Zu Naturjoghurts und Fruchtjoghurts in den Supermarktregalen gesellten sich probiotische Joghurts, die positive Effekte auf den Darm und körperliches Wohlbefinden versprechen. Zusätzlich erschweren eine immer größer werdende Auswahl an Marken und Geschmacksrichtungen den Kauf des richtigen Yoghurts: Heidelbeer, Erdbeer oder Erdbeer-Rhabarber? Danone, Ehrmann oder Optiwell? 0,3 oder 0,1 % Fett-Anteil?
Im Supermarkt wartet das Produkt verzehrfertig im Kühlregal - aber wie wird Joghurt eigentlich hergestellt? Kurz zusammengefasst handelt es sich bei Joghurt, egal welcher Art, um verdickte Milch, die durch die Anreicherung des Milchzuckers mit Bakterienkulturen entsteht. Der Milchzucker verwandelt sich in Kombination mit den Bakterien zu Milchsäure, welche wiederum die Milch dickflüssig werden lässt.
Ob der Joghurt am Ende mild oder säuerlich schmeckt, hängt von der Art der verwendeten Milchsäurebakterien ab. Bei saurem Joghurt sind es die Bakterienstämme Streptococcus thermophilus und Laktobacillus delbrueckii. Für Joghurt mild werden hingegen eher die Bakterienstämme Lactobacillus acidophilus und Bifidobacterum bifidium eingesetzt.
Joghurt steht im Ruf, dem Körper Gutes zu tun. Schließlich enthält er eine Menge Kalzium und hochwertiges Eiweiß, Stoffe, die der Körper braucht. Viele Konsumenten greifen auch mit Blick auf die Figur zum Joghurtbecher: Fruchtjoghurts sind dank fruchtiger Süße zwar lecker, schmecken aber gleichzeitig locker leicht. Und stecken in Fruchtjoghurts nicht eine Menge gesunder Früchte? Viele Hersteller werben zudem mit besonders niedrigem Fettanteil in ihren Produkten und locken mit Schlagworten wie “vital”, “fit” oder “leicht”. Ist Fruchtjoghurt also der perfekte Snack zum Abnehmen?
Dass die Verpackungsaufdrucke und Werbetexte häufig übertreiben, wenn es um Inhaltsstoffe und Wirkung von Joghurts geht, zeigen die Tests renommierter Verbrauchermagazine wie etwa Ökotest. Die Tester nahmen im Jahr 2013 Erdbeerjoghurts verschiedener Hersteller unter die Lupe und fanden heraus: Der Fruchtanteil liegt meist bei der festgelegten Untergrenze von 6 Prozent, was pro Joghurt gerade einmal einer (mickrigen) Erdbeere von ca. 9 Gramm entspricht. Um den fehlenden Erdbeergeschmack auszugleichen, geizen die Hersteller umso weniger mit Aromastoffen und Zucker. So können in einem Becher Erdbeerjoghurt schnell einmal 10 Prozent Zucker stecken, ein bedenklicher Wert im Vergleich zum meist niedrigen Fruchtgehalt. In manchen Produkten, wie zum Beispiel Erdbeerjoghurts von Landliebe und Weihenstephan, fand Ökotest sogar Aromen, die nicht aus der Erdbeere stammen und damit die Deklaration “natürliches Erdbeeraroma” nicht verdienen. Ökotest hebt allerdings auch einen allgemeinen Trend zu weniger Zucker und Aromen im Obst Joghurt hervor: Noch vor wenigen Jahren identifizierten die Tester regelmäßig sogenannte “überaromatisierte” Produkte, die bis zu 500 mal so viele Aromastoffe enthielten als Früchte. Stattdessen sind heute Bio Joghurt Produkte auf dem Vormarsch: Fruchtjoghurts mit natürlichem Geschmack, die ganz ohne Aromen auskommen. Beispiele sind etwa die Produkte der Marken Andechser und Berchtesgardener Land.
Wer sich als Verbraucher über den Fruchtgehalt von Fruchtjoghurts informieren will, sollte einen Blick auf die Kennzeichnung auf der Verpackung werfen. Den je nachdem, wie das Milchmischerzeugnis deklariert wird, ist ein bestimmter Mindestfruchtgehalt vorgeschrieben. So muss “Fruchtjoghurt” oder “Joghurt mit Früchten” mindestens 6 Prozent Frucht enthalten. In “Joghurt mit Fruchtzubereitung” müssen mindestens 3,5 Prozent stecken, und bei als “Joghurt mit Fruchtgeschmack” ausgezeichnete Produkte kann man noch nicht einmal 3,5 Prozent erwarten. Die Zusammensetzung der Fruchtzubereitung muss erst ab einem Anteil von 2 Prozent am Gesamtprodukt angegeben werden. Nicht selten werden im Joghurt enthaltene Fruchtstücke auch nur “vorgetäuscht”, vor allem bei sehr preiswerten Produkten. Die vermeintlichen Früchte bestehen dann lediglich aus geliertem und aromatisiertem Fruchtsaft.
Neben Früchten, Aromen und Zucker enthält Fruchtjoghurt außerdem Verdickungsmittel bzw. Geliermittel sowie Konservierungsstoffe. Diese sorgen für die cremige Konsistenz und bewahren die Qualität des Lebensmittels über den angegebenen Haltbarkeitszeitraum hinweg. Natürlich handelt es sich bei süßem Joghurt nicht immer um Fruchtjoghurt. Die Vielfalt an Geschmacksrichtungen ist schier endlos: Von Vanille Joghurt über nussige Sorten bis hin zu Schokolade, Sahne oder Kaffee ist im Kühlregal für jeden Geschmack die richtige Sorte dabei.
Seit einigen Jahren erlebt sogenannter probiotscher Joghurt einen regelrechten Hype. Aber was unterscheidet probiotischen Joghurt eigentlich von herkömmlichen Joghurts?
Die Besonderheit von probiotischem Joghurt liegt in der hohen Anzahl an Keimen, die in ihm enthalten sind. Da sie nicht von der Magensäure zerstört werden, gelangen sie lebend in den Dickdarm - und sollen hier bestimmte Effekte erzielen, die sich positiv auf die Verdauung und das Wohlbefinden auswirken sollen. Die Meinung darüber, wie effektiv die neuen “Wunderjoghurts” wirklich sind, gehen allerdings weit auseinander. Viele Experten bewerten probiotische Joghurts kritisch: So werde ihre positive Wirkung auf die Gesundheit in der Werbung übertrieben dargestellt. Auch die herangezogenen Studien seien nicht aussagekräftig, da viel zu kleine Stichproben verwendet werden und der Vergleich mit herkömmlichem Joghurt fehlt. Denn auch der Verzehr von normalem Joghurt kann sich positiv auf den Darm auswirken. Unbeeinflusst von dieser Diskussion untersuchte Ökotest verschiedene probiotische Joghurts auf ihre Inhaltsstoffe. Das Resultat ähnelt den Testergebnissen der Fruchtjoghurtuntersuchung: Viele Produkte enthalten zu viel Zucker und helfen trotz Bezeichnungen wie “pur” mit Aromastoffen nach.
Zahlreiche Produkte warten pro Joghurtsorte im Supermarkt auf den Verbraucher. Um eine gute Kaufentscheidung zu treffen, muss sich dieser intensiv mit den Verpackungsangaben beschäftigen - und selbst dann bleiben viele Fragen offen. Durch Codecheck wird das Informieren über Produkte ganz einfach: Hier erhalten Sie alles Wissenswerte zu Inhaltsstoffen, Herkunft, Nährstoffen und Nachhaltigkeit der Produkte auf einen Blick.
Profitieren Sie von unserer Datenbank mit tausenden Produkten aus verschiedenen Kategorien, um schnell und einfach gute von schlechten Produkten zu unterscheiden. Sie finden nicht nur alle enthaltenen Inhaltsstoffe, sondern auch eine Einschätzung, die wir aus zuverlässigen Quellen wie Stiftung Warentest, Ökotest oder Verbraucherinitative beziehen: Sind gewisse Inhaltsstoffe bedenklich für die Gesundheit oder umweltschädigend? Auch den Nährstoffgehalt von Lebensmitteln prüfen Sie anhand unserer Nährstoff-Ampel im Bezug auf eine ausgewogene Ernährung. Ist zum Beispiel der Zuckergehalt eines Fruchtjoghurts zu hoch, erkennen Sie dies sofort an der roten Markierung.
Um größtmögliche Transparenz zu ermöglichen, schlägt Codecheck außerdem Alternativen für Produkte vor, deren Inhaltsstoffe nicht überzeugen. Zudem gibt es die Möglichkeit für Codecheck-Nutzer, ihre Erfahrungen mit dem Produkt anhand von Vor- und Nachteilen mit der Community zu teilen.
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