Wie gut sind vegane Eigenmarken?

„Edeka“, „Lidl“ „Penny“ & Co.

Wie gut sind vegane Eigenmarken? - „Edeka“, „Lidl“ „Penny“ & Co.

Design ohne Titel (6)

von

Immer mehr Supermarktketten launchen vegane Eigenmarken. Nach „Edeka“, „Lidl“ und Co. springt nun auch „Penny“ auf diesen Zug auf. Doch wie gut sind die Fleischersatzprodukte im Hinblick Nachhaltigkeit oder Nährwerte? Wir haben den Check gemacht.

Nachhaltigkeit spielt für immer mehr Verbraucher:innen eine Rolle beim alltäglichen Einkauf. Nicht nur Bio, sondern auch vegetarische und vegane Alternativen sind gefragt. Laut einer Umfrage der „Heinrich-Böll-Stiftung’’ hat sich der Anteil an Vegetarier:innen in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland auf über vier Prozent verdoppelt. Das Marktforschungsunternehmen „Nielsen“ fand heraus, dass der Umsatz von vegetarischen Fleisch- und Wurst-Alternativen im Jahr 2019 um 36 Prozent gestiegen ist. Fleischfreie Ersatzprodukte und Milchalternativen füllen daher nicht mehr nur die Regale von Bio- und Naturkostläden, sondern finden sich vermehrt auch in Supermärkten und Discountern.

Burgerpatties, Rice-Nuggets und vegane Wurst

Unter dem Namen „Food for Future“ brachte Discounter „Penny“ zunächst veganes Hack und vegane Burgerpatties auf der Basis von Erbsen dauerhaft auf den Markt. Danach sollen Pea-Burger und Rice-Nuggets in die Regale der Läden einziehen. Auch wechselnde Aktionsprodukte wie vegane Pizzen, Minischnitzel und Schokolade sind geplant.

„Edeka“ und „Rewe“ bieten schon länger eine breite Platte von bio und veganen Erzeugnissen an. Von geräuchertem Tofu über vegane Wurst bis hin zu Haferdrink oder Sojajoghurt, wer auf tierische Inhaltsstoffe verzichten will, wird hier fündig. „Aldi“ verkauft vegane Produkte unter der Marke „Mein Veggie Tag“. „Lidl“ rief als erster Discounter eine vegane Eigenmarke ins Leben und bietet unter dem Label „Next Level“ Hack, Schnitzel, Bratwürste oder Fertiggerichte ohne tierische Bestandteile an.

Für sein veganes Sortiment und das Engagement beim Ausbau seiner pflanzlichen Produktvielfalt wurde „Aldi“ von der Tierrechtsorganisation„PETA“ mit dem „Vegan Food Award 2020″ zum „Vegan-freundlichsten Supermarkt“ gekürt.

Die veganen Produkte von Aldi

Die veganen Produkte von Lidl

Die veganen Produkte von Penny

Vorsicht vor Zusatzstoffen, zu viel Salz und Fett

Soja und Erbsen sind beliebte Inhaltsstoffe von Fleischersatzprodukten. Sie dienen nicht nur als wertvolle Eiweißquelle, sondern sind in vielen Fällen auch für Veganer geeignet. Wie „Ökotest“ in einer Studie aus dem Jahr 2016 herausfand, werden für Geschmack und Form jedoch oft Verdickungsmittel und Zusatzstoffe eingesetzt - bei konventionellen Produkten häufiger als bei Bio-Lebensmitteln.

Darüber hinaus enthalten viele Fleischersatzprodukte mit bis zu zwei Gramm pro 100 Gramm zu viel Salz. Die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ (DGE) empfiehlt für Erwachsene lediglich sechs Gramm Salz pro Tag. Auch herkömmliche Brotaufstriche oder Wurst liegen oft deutlich darüber. Was den Fettgehalt betrifft, so kommen Studien zu einem unterschiedlichen Ergebnis.

Ein Blick auf die veganen Produkte der Eigenmarken von „Edeka“ oder „Rewe“ zeigt, dass beispielsweise die Brotaufstriche, die Soja-Griller oder auch die vegane Salami in den meisten Fällen zu viel Salz und Fett beinhalten. In der veganen Wurst von „Aldi“ oder dem veganen Hack von „Lidl“ stecken wiederum Zusatzstoffe, die Allergien auslösen können. Das vegane Hack von „Food For Future“ kommt zwar auch nicht ohne zusätzliche Aromen aus, enthält aber vergleichsweise wenig Zusatz- und keine problematischen Inhaltsstoffe.

Im Vergleich zu „Penny“, „Aldi“ und „Lidl“ sind die Alternativ-Produkte von „Edeka“ und „Rewe“ zudem bio, sodass hier tendenziell weniger Zusatz- und Aromastoffe verwendet und durch den ressourcenschonenden Anbau auch weniger Emissionen produziert werden.

Die veganen Produkte von Rewe

Die veganen Produkte von Edeka

Nachhaltigkeit von veganen Eigenmarke

Ob vegane Produkte der Eigenmarken wirklich nachhaltig sind, hängt auch von der Herkunft ihrer Inhaltsstoffe ab. Soja sollte nicht aus Südamerika stammen, wo Wälder für den Anbau gerodet werden. Wird die Bohne in Europa angebaut, fallen zudem weniger Emissionen durch den Transport an.

Es darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass alle genannten Supermärkte und Discounter mit ihren konventionellen Fleisch- und Wurstwaren den Klimawandel weiter vorantreiben.

Fazit: Augen auf beim Kauf auch bei veganen Eigenmarken

Mit der Einführung von Eigenmarken erhoffen sich Produzent:innen und Verkäufer:innen, einen größeren Umsatz zu generieren. Sie kommen der Nachfrage und dem Bedürfnis der Käufer:innen nach alternativen Fleischprodukten nach und produzieren für die Konsument:innen interessante Güter. Bei Bio-Produkten hat dies bereits gut funktioniert. Wie gesund und nachhaltig die Produkte der veganen Eigenmarken hergestellt werden, muss jedoch erst eine unabhängige Untersuchung zeigen. Produkte aus reinem Tofu oder Saitan oder selbst gemachte Gemüsepatties sind allerdings immer gesünder (weniger Fett, Salz und Aromen) als herkömmliche Fertigprodukte.

CodeCheck hilft dir dabei, sowohl einen zu hohen Salz- und Fettgehalt als auch Zusatzstoffe in den veganen Fleischalternativen herauszufinden. Einfach einscannen und mithilfe der Nährwertampel abgleichen, ob der Gehalt der Inhaltsstoffe im grünen Bereich liegt oder der Verzehr lieber eingeschränkt werden sollte.

Weiterführende Links:

Ich möchte den Codecheck-Newsletter abonnieren und keine News mehr verpassen

0/5 0 Stimmen

Weitere Beiträge, die dich interessieren könnten

[final] Biofach 2024
Produkte für dich entdeckt –
[final] Öko-Test Orangensaft 100
Orangensaft im „Öko-Test“ –
[final] Veganuary 80
Pflanzliche Ernährung –

Anzeige

[final] Headerbild

Natürliche Lippenpflege in der kalten Jahreszeit

Im Winter werden die Lippen durch starke Temperaturschwankungen und trockene Luft besonders beansprucht. Mit einer reichhaltigen Lippenpflege kannst du spröden Lippen jedoch gut vorbeugen: Mit natürlichen Inhaltsstoffen, einer nachhaltigen Philosophie und ausgezeichnet mit dem 100-prozentigen Green Label von CodeCheck bringt dich die Lippenpflege von OYESS zart und geschmeidig durch den Winter.

Feste Duschen im „Öko-Test“

[final] Öko-Test Feste Duschen

Gute Alternativen zu herkömmlichem Duschgel

Kompakt, ergiebig und plastikfrei – immer mehr Hersteller kommen mit festen Duschen auf den Markt. Die Waschstücke werden auch gern gekauft, denn sie sind eine gute Alternative zum herkömmlichen Duschgel. Das kann „Öko-Test“ weitestgehend bestätigen. Im Test waren 30 feste Duschgele, konventionelle und zertifizierte naturkosmetische Produkte. Das erfreuliche Ergebnis: Knapp über zwei Drittel der festen Duschgele sind mit Bestnote empfehlenswert. Nur wenige Inhaltsstoffe sind bedenklich.

Sicher schminken

[final] Kinderkosmetik

Gefährliche Inhaltsstoffe in Kinderkosmetik erkennen

Prinzessin, Löwe, Ritter oder Clown: In der Faschingszeit stehen Glitzerpuder, Lipgloss und spezielle Schminksets bei Kindern besonders hoch im Kurs. Mit ein bisschen Farbe auf Gesicht und Nägeln verwandeln sie sich im Nu in bunte Fantasiegestalten. Doch ist diese Kosmetik überhaupt für Kinder geeignet? Wie sicher sind die Inhaltsstoffe? Wir haben Herrn Dr. Urs Hauri, Experte für Inhaltsstoffe in Kosmetik und stellvertretender Leiter Chromatographie des Schweizer Kantonalen Laboratoriums Basel-Stadt, zum Thema befragt.

Produkte im CodeCheck

[final] Grünes Peeling

Diese Peelings sind frei von schädlichen Inhaltsstoffen

Mit einem Gesichts- oder Körperpeeling entfernst du abgestorbene Hautschüppchen und sorgst für ein feines Hautbild. Für den nötigen Abrieb haben Hersteller über lange Zeit kleine Kunststoffpartikel als Schleifkörper verwendet. Seit Oktober 2023 sind diese problematischen Stoffe in Peelings glücklicherweise verboten.

Gesichtscremes im „Öko-Test“

[final] Öko-Test Gesichtscremes 90

Viele empfehlenswerte Cremes, aber was heißt „klimaneutral“?

Gesichtscremes sollen deine Haut pflegen und helfen, wenn sie trocken ist und spannt. „Öko-Test“ hat 50 Gesichtscremes für trockene Haut getestet und festgestellt: Mehr als zwei Drittel der Cremes, darunter auch viel zertifizierte Naturkosmetik, landen im grünen Bereich. 18 Produkte schneiden sogar „sehr gut“ ab. An anderen Cremes gibt es Kritik für kritische Inhaltsstoffe oder fragwürdige Versprechen.