Tipps für den Spargelkauf – das solltest Du in der Spargelsaison beachten

Pestizide, Plastik und Fernimporte

Tipps für den Spargelkauf – das solltest Du in der Spargelsaison beachten - Pestizide, Plastik und Fernimporte

Spargel

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Spargel ist jetzt wieder in aller Munde und das zu Recht, denn er ist lecker und gesund. Leider trüben Pestizide, beheizte Felder und Unmengen an Plastikfolie den Spargel-Genuss. Hinzu kommen Importe aus fernen Ländern. Wir zeigen Dir vier einfache Tipps für einen nachhaltigen und umweltbewussten Spargelkauf.

Spargel Anbau in Deutschland

Deutschland ist der größte Spargel-Produzent in Europa und das nicht ohne Grund. Die Deutschen lieben das Frühlingsgemüse und bauen es äußerst erfolgreich an. 2018 war ein Rekordjahr: 133.000 Tonnen Spargel wurden in Deutschland geerntet. Das sind 3.000 Tonnen mehr als im Jahr 2017 und 13.000 Tonnen mehr als 2016. Grund dafür waren die hohen Temperaturen im Frühling. So kündigt sich auch in diesem Jahr wieder eine besonders gute Ernte an.

Als Verbraucher können wir mit unseren Kaufentscheidungen viel dazu beitragen, dass Nachhaltigkeit und Umweltschutz in der Landwirtschaft gefördert werden. Gute Ernten sollen schließlich auch in den kommenden Jahren möglich sein. Dafür gilt es verantwortungsbewusst mit unserer Umwelt und ihren Ressourcen umzugehen. Wir erklären Dir, was Du speziell beim Spargelkauf beachten solltest.

1. Regionaler Spargel - aus der Nähe kaufen

Immer mehr Deutsche kaufen Spargel aus regionalem Anbau. Das ist von ökologischem Vorteil, denn es ermöglicht kurze Transportwege. Rund 80 Prozent des Spargels stammen mittlerweile aus deutschem Anbau. Die restlichen 20 Prozent werden aus Griechenland, Spanien oder sogar aus Peru eingeflogen.

Keinen Spargel aus China und Peru kaufen

Für die Umwelt sind die Flugzeug-Importe eine große Belastung. Wie Forscher des Schweizer „Institute of Environmental Engineering“ ausgerechnet haben, entstehen durch den Einflug von einem Kilo Peru-Spargel circa 20 Mal mehr CO2 und andere Treibhausgase, als bei regional gewachsenem Spargel.

Wassermangel wegen Spargelanbau

Ein weiteres Problem ist, dass der Spargel-Anbau in den trockenen Regionen anderer Länder sehr viel Wasser verbraucht. Dieses Wasser kann den Einheimischen dann fehlen.

Spargelsaison beachten

Deshalb gilt es, Spargel aus fernen Ländern zu meiden und stattdessen regionale Produkte zu wählen. Das bedeutet, dass Spargel nicht außerhalb der deutschen Spargelzeit genossen werden sollte – mehr dazu liest Du auch unter Punkt 3.

2. Die beste Wahl: Bio-Spargel kaufen

Die gute Nachricht ist: Spargel ist generell weniger mit Pestiziden belastet, als andere Gemüsesorten. Pflanzenschutzmittel werden nämlich erst nach der Ernte eingesetzt. Bis zum Wachstum der neuen Sprossen vergehen dann immerhin zehn Monate.

Keine Pestizidbelastung bei Bio-Spargel

Dennoch belasten die Pestizide unsere Umwelt und wirken sich letztlich auch negativ auf unsere Gesundheit aus. Ein weiteres Problem ist der Einsatz von synthetischem Dünger in der konventionellen Landwirtschaft. Bio-Spargel hingegen wird nur mit natürlichen Düngemitteln versorgt.

Keine verlängerte Saison durch Folien und beheizte Felder bei Bio-Spargel

Bio-Bauern handeln auch in Bezug auf die Bepflanzung der Felder nachhaltiger. Sie halten bestimmte Regeln wie Anbaupausen ein, damit die Böden nicht zu sehr ausgelaugt werden.

Um Pestizide, Kunstdünger und Bodenschäden zu vermeiden, sollten wir deshalb im besten Fall auf biologisch produzierten Spargel zurückgreifen. Dieser ist in Bio-Läden oder direkt über die Höfe erhältlich. Viele Spargelhöfe, die nach Bio-Richtlinien produzieren, sind online zu finden.

3. Spargel nur in der Saison kaufen

Erst bei einer Bodentemperatur von 12 Grad kann Spargel wachsen. Um dies zu beschleunigen, beheizen manche Bauern ihre Felder.

Der dafür nötige Aufwand ist enorm und verbraucht Unmengen an Ressourcen. Dadurch kann heimischer Spargel von beheizten Feldern sogar eine schlechtere Klimabilanz aufweisen, als importierter Spargel.

Als Verbraucher sollten wir Spargel deshalb nur dann kaufen, wenn die Zeit dafür reif ist. Den ersten Spargel gibt es in der Regel Mitte bis Ende April, das offizielle Ende der Spargelsaison ist der 24. Juni, das sogenannte „Spargelsilvester“.

4. Spargel ohn Folienanbau unterstützen

80 bis 90 Prozent der deutschen Erzeuger verwenden beim Spargelanbau Plastikfolie. Diese wärmt den Boden, sodass die Ernte beschleunigt wird. Leider bleiben immer auch Reste der Folie im Boden zurück.

Um dem Entgegenzuwirken haben sich erste deutsche Spargelbauern verpflichtet, ohne Folie und auch ohne Bodenbeheizung. Eine Liste hierzu ist bei „N-TV“ zu finden.

Spargel mit Gütesiegel

Die Bauern aus der Gemeinde Graben-Neudorf im Landkreis Karlsruhe dürfen ihren Spargel deshalb mit dem neuen Gütesiegel „Spargel aus Graben-Neudorf“ versehen. Dieses garantiert einen plastik- und bodenheizungsfreien Anbau. Der Spargel ist in der Region um Graben-Neundorf erhältlich. Dort wird er in Hofläden verkauft und an ausgewählte Gaststätten geliefert, die ebenfalls an dem Siegel zu erkennen sind.

Fazit - Spargel zu seiner Zeit genießen

Spargel ist eine besondere Delikatesse, kein Alltagsgemüse. Wir sollten die edlen Stangen nur in der Saison kaufen und auf regionale Erzeugung achten. Am besten greifen wir zu Bio-Spargel, um unsere Gesundheit und die Umwelt nicht mit problematischen Chemikalien zu belasten. Wer in der Region lebt, kann folienfreien Spargel aus Graben-Neudorf genießen.

Spargel ist im Anbau und der Ernte um Einiges aufwendiger als andere Gemüsesorten, weshalb teurere Preise gerechtfertigt sind. Der Genuss von Spargel darf also etwas besonders sein, ein „Sonntagsessen“, das wir uns jetzt im Frühling munden lassen dürfen.

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