Seide – absolut nicht tierleidfrei

Gar nicht so glamouröse Herstellung

Seide – absolut nicht tierleidfrei - Gar nicht so glamouröse Herstellung

Seide

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Viele mögen das Gefühl von Seide auf der Haut, doch für die feine Faser müssen Tausende Seidenspinner sterben – sie werden lebendig im gesponnenen Seidenkokon gekocht oder gegrillt. Zum Glück gibt es tierleidfreie Alternativen.

Seide ist eine tierische Faser, die aus dem Kokon von Seidenraupen gewonnen wird. Ein Großteil der Seide stammt heute von einem Schmetterling namens Maulbeerspinner (Bombyx mori), der sich von den Blättern des Maulbeerbaumes ernährt.

maulbeerspinner bombyx mori

Vom Ei entwickelt sich der Maulbeerspinner zur gefräßigen Raupe, die sich mit einem bis zu 900 Meter langen Faden kunstvoll in einen Kokon einspinnt und dann darin ruht. Diese Zeit nennt man Puppenphase.

Nach 18 Tagen schließlich würde der Spinner in einen Schmetterling verwandelt aus dem Kokon schlüpfen — doch das verhindern die Seidenzüchter.

Seidenraupe

Die Raupen werden lebendig gekocht

In der Seidenindustrie werden fast alle Maulbeerspinner bereits während der Puppenphase vor dem Schlüpfen getötet. Der Grund: Beim Schlüpfen zerbeißen die Tiere den Kokon, wodurch der Faden an einigen Stellen reißt.

Deshalb werfen die Züchter die Seidenkokons mitsamt den lebenden Puppen in kochendes Wasser oder töten sie mit heißem Wasserdampf. Auch das Grillen in der Mikrowelle ist eine gängige Taktik. Allein für ein Seidenkleid müssen 50.000 Seidenraupen sterben.

Der Kokon wird anschließend in ein heißes Bad gegeben, damit sich der Klebstoff löst, der die Seidenfäden zusammenhält. Dann kann der Faden abgewickelt und aufgerollt werden.

bombyx mori seide

Diese Alternativen gibt es

Im Handel sind zahlreiche Textilien erhältlich, die komplett ohne tierische Fasern auskommen und somit auch für Veganer geeignet sind.

Wer auf herkömmliche Seide nicht verzichten möchte, für den gibt es Alternativen wie zum Beispiel Wildseide. Bei dieser darf die Raupe aus ihrem Seidenkokon schlüpfen. Da sie dabei den Kokon durchbeißt, kann die Seide nicht abgewickelt, sondern nur abgezupft werden. Deshalb ist Naturseide ungleichmäßig, matt und von Natur aus beige bis braun.

Ebenfalls erhältlich ist „Peace Silk“ oder „Ahimsa Seide“, bei der die Raupe ebenfalls schlüpfen darf oder der Kokon aufgeschnitten und die Puppe herausgenommen wird.

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