„Sehr gute“ Naturkosmetik und wenige sehr kritische Inhaltsstoffe

Sensitive Duschgele im „Öko-Test“

„Sehr gute“ Naturkosmetik und wenige sehr kritische Inhaltsstoffe - Sensitive Duschgele im „Öko-Test“

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Sensitive Duschgele sollten in erster Linie besonders sanft zu sensibler Haut sein. Ob die 31 von „Öko-Test“ unter die Lupe genommenen Produkte dieses Versprechen einhalten, erfährst Du im Folgenden. Vorab: Zwölf Produkte schneiden „sehr gut“ ab, ein Markenprodukt rasselt durch. Dazwischen tummeln sich 18 Duschpflegeprodukte von „gut“ bis „ausreichend“.

  • Alle naturkosmetischen Produkte und zwei konventionelle Duschgele erweisen sich im Test als „sehr gut“.
  • Dabei ist die Frosch Senses Aloe Vera Sensitiv-Dusche die günstigste Wahl unter den „sehr guten“ Duschgelen. Sie kostet 95 Cent pro 300 Milliliter.
  • Was positiv auffällt: Die meisten sensitiven Duschgele sind frei von flüssigen Kunststoffen. Auch nimmt der Recyclinganteil in den Kunststoffverpackungen zu.

Eine verbindliche Definition, welche Eigenschaften Kosmetik haben muss, die speziell „für sensible Haut“ oder als „sensitiv“ ausgelobt ist, gibt es nicht. Häufig beschreiben Hersteller:innen ihre Produkte als „mildere“, oder „schonender“ reinigende Formulierungen, verzichten auf deklarationspflichtige Duftstoffe oder sagen, dass sie ihr „sensitives“ Duschgel weniger stark parfümieren. Das ist für Verbraucher:innen zumeist verwirrend. Viele Duschgele enthalten rückfettende Substanzen oder feuchtigkeitsbindende Bestandteile wie Glycerin – auch einige der Duschgele im vorliegenden Test, dessen Ergebnisse im Juni 2023 kostenlos abrufbar sind.

Diese Produkte erhielten von „Öko-Test“ die Note „Sehr gut“

In Bezug auf die „Milde“ hat „Öko-Test“ an den Inhaltsstoffen von zwölf der 31 Produkte grundsätzlich nichts auszusetzen. Dennoch wollen die Tester:innen selbst diese „sehr guten“ Duschgele nicht pauschal für jede Haut empfehlen. Der Grund: Empfindliche Haut hat spezielle und ganz unterschiedliche Anforderungen. Die Schwierigkeiten reichen von einer Duftstoff- oder Konservierungsmittelallergie über leichtes Austrocknen bis hin zu Neurodermitis.

Markenprodukt mit bedenklichem Duftstoff

Am Ende der Testtabelle steht die Palmolive Naturals Sensitive Duschcreme. Sie fällt mit „Mangelhaft“ durch, unter anderem, weil sie einen bedenklichen Duftstoff enthält, der aus Sicht von „Öko-Test“ nichts in einem Duschgel zu suchen hat. Das beauftragte Labor hat den synthetisch hergestellten Moschusduft Galaxolid nachgewiesen, dessen Sicherheit für Mensch und Umwelt in der Europäischen Union (EU) derzeit neu bewertet wird. Noch steht der Inhaltsstoff nicht auf der Liste der deklarationspflichtigen allergenen Duftstoffe, obgleich er im Verdacht steht, das Hormonsystem zu stören. Deswegen kritisiert „Öko-Test“ den Einsatz von Galaxolid und anderen künstlichen Moschusverbindungen schon seit vielen Jahren. Die Stoffe reichern sich im menschlichen Fettgewebe an und wurden sogar schon in Muttermilchproben nachgewiesen. Viele Hersteller:innen haben diese Stoffe mittlerweile aus ihren Produkten entfernt. Bei der Rezeptur von Testschlusslicht Palmolive bestünde also dringend Nachholbedarf.

Dieses Produkt erhielt von „Öko-Test“ die Note „Ungenügend“

Umstrittene Tenside schwächen Hautbarriere

19 von 21 konventionellen Produkten arbeiten mit PEG/PEG-Derivaten wie Sodium Laureth Sulfate. Nur die Frosch Senses Aloe Vera Sensitiv-Dusche und das Speick Duschgel Sensitiv Hair + Body kommen ohne aus. Das gilt auch für alle zertifizierten Naturkosmetikprodukte im Test, in denen grundsätzlich keine PEG/PEG-Derivate zulässig sind. Viele dieser Verbindungen können die Haut durchlässiger für Fremd- und Schadstoffe machen.

Halogenorganische Verbindungen nur ungewollte Rückstände?

In vier Duschgelen hat das beauftragte Labor deutliche Gehalte an halogenorganischen Verbindungen nachgewiesen. Unter diesen können sich hautreizende Stoffe befinden. Betroffen davon sind die Eigenmarken Elkos und Joolea von Edeka und Budni sowie die Fenjal Creme Dusche Sensitiv. In den Inhaltsstofflisten der Duschzusätze tauchen jedoch keine halogenorganischen Konservierungsmittel auf. „Öko-Test“ geht deshalb davon aus, dass es sich um ungewollte Rückstände handelt, die möglicherweise aus der Produktion des an sich unbedenklichen Tensids Cocamidopropylbetain stammen. Das wäre aus Sicht des Testmagazins durch eine bessere Kontrolle der Rohstoffe vermeidbar.

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Flüssige Kunststoffe sind ökologisches Problem

Die drei Produkte Butcher’s Son 2 in1 Body & Hair Rare Sensitive, Dove Men + Care 3in1 Sensitive Pflegedusche und Palmolive Naturals Sensitive Duschcreme enthalten zusätzlich zu den PEG/PEG-Derivaten noch weiteren Kunststoffe in der Rezeptur. Das ist ein großes ökologisches Problem, denn ob fest oder flüssig: Kunststoffe aus Kosmetika belasten das Abwasser und gelangen teils über den auf die Felder ausgefahrenen Klärschlamm in die Umwelt. Was „Öko-Test“ aber positiv erwähnt: In einem Duschgeltest von 2020 steckten die flüssigen Kunststoffe noch in deutlich mehr Produkten. Tut sich da also was?

Recyclinganteil in Verpackungen steigt

Am Ende gibt es noch eine positive Nachricht: Für 19 der Duschgele gaben die Herstellenden „Öko-Test“ gegenüber an, Kunststoffverpackungen mit mehr als 30 Prozent recyceltem Kunststoff einzusetzen. 15 davon belegten das auch überzeugend durch Dokumente mit Bezug auf die getestete Produktcharge. Leider aber gibt es immer noch eine Minderheit, die erklärte, gar kein Rezyklat einzusetzen – oder sie antwortete nicht. Fazit: Der Recyclinganteil in den Verpackungen steigt, aber es gibt noch weitere Luft nach oben.

Die Testsiegerprodukte, die Testtabelle und das Gesamtergebnis findest Du im Detail im ePaper von „Öko-Test“.

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