Formaldehydabspalter in unserer Kosmetik

Wie bedenklich sind sie?

Formaldehydabspalter in unserer Kosmetik - Wie bedenklich sind sie?

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Dass Formaldehyd Krebs und Allergien auslösen kann, ist schon längerer Zeit bekannt. Der Stoff wurde in Kosmetika nun verboten. In anderen Produkten ist der Stoff nach wie vor erlaubt. Und Stoffe welche Formaldehyd abspalten werden auch heute noch in vielen Kosmetikprodukten eingesetzt. Wir zeigen Dir, wie Du diese Inhaltsstoffe ganz einfach erkennen und vermeiden kannst.

Formaldehyd ist ein farbloses, stechend riechendes, giftiges Gas. Es wirkt stark reizend auf Schleimhäute und Augen. Wenn das gasförmige Formaldehyd eingeatmet wird, kann es zu starken Reizungen der oberen Atemwege bis hin zu Erbrechen kommen. Außerdem löst es starke Kontaktallergien aus und kann zu einem sogenannten anaphylaktischen Schock führen. Da es effektiv Bakterien abtötet, wird es in Desinfektionsmitteln eingesetzt und findet Verwendung beim Konservieren und Sterilisieren. Weiterhin kann es auch schwere Langzeitfolgen wie Nierenschäden, Lungenödeme oder sogar Leukämie verursachen und wirkt darüber hinaus krebserregend.

Besonders die Funktion als Konservierungsmittel machte Formaldhyd aber zu einem beliebten Zusatzstoff in Kosmetika.

Formaldyhabspalter in Kosmetika

Formaldehyd wurde gerne als Konservierungsmittel in Cremes verwendet. Im Juni 2019 trat in der EU allerdings ein Verbot von Formaldehyd in Kosmetika in Kraft. Nun greift man stattdessen vermehrt auf Formaldehyd-freisetzende Chemikalien, sogenannte Formaldehydabspalter zurück.

Diese Substanzen setzen über einen längeren Zeitraum Formaldehyd frei, wodurch die Konzentration des giftigen Stoffes im Produkt gering gehalten werden kann. Dadurch sind sie deutlich weniger gesundheitsschädlich. Zu dieser Stoffklasse gehören viele verschiedene Substanzen, die unterschiedlich viel Formaldehyd freisetzen, und daher mittlerweile zum Teil auch schon verboten sind

Einer der gängigsten dieser Formaldehydabspalter ist Bronopol (2-Bromo-2-nitropropane-1,3-diol). Dieser Stoff setzt so wenig Formaldehyd frei, dass er von der EU nicht mehr als Formaldehydabspalter klassifiziert wird. Ein damit verwandter Stoff ist Bronidox (5-Bromo-5-nitro-1,3-dioxane) und gilt ebenfalls als sicher. Drei weitere Vertreter dieser Klasse sind Diazolidinyl Urea, Imidazolidinyl Urea und DMDM Hydantoin. ​Letzteres auch bekannt als Glydant. Diese drei Substanzen können Kontaktallergien auslösen und sollten daher gemieden werden.

Diese Bezeichnungen weisen auf Formaldehydabspalter hin:

  • Bronopol
  • DMDM Hydantoin
  • Diazolidinyl Urea
  • Imidazolidinyl Urea
  • Methenamine
  • 2-Bromo-2-nitropropane-1,3-diol
  • 2,4-Imiazolidinedione
  • 5-Bromo-5-nitro-1,3-dioxane

Diese Produkte enthalten Formaldehydabspalter

Formaldyhabspalter in Selbstbräuner

Auch ein Bestandteil von vielen Selbstbräunern zählt zu den Formaldehydabspaltern. Die Substanz Dihydroxyaceton kurz DHA zerfällt im Laufe der Zeit und setzt dabei Formaldehyd frei. In der Regel liegt der DHA Anteil der Produkten zwischen 2 und 5 %. Bis 10 % findet laut dem wissenschaftlichen Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU keine Formaldehydfreisetzung im gesundheitsschädlichen Bereich statt. Die Freisetzung wird allerdings stark von der Lagerung beeinflusst. Bei Wärme wird der Zerfallsprozess beschleunigt, daher solltest Du Selbstbräuner am besten im Kühlschrank lagern und das Mindesthaltbarkeitsdatum im Blick behalten. Bereits geöffnete Produkte solltest Du innerhalb von 6 Monaten aufbrauchen. Außerdem sollte bei jeder Anwendung der Geruch überprüft werden. Riecht das Produkt plötzlich unangenehm, solltest Du es besser in die Tonne werfen.

Formaldehyde in Haarglättungsmittel

Das Bundesamt für Risikobewertung warnt auch ausdrücklich vor Formaldehyd in Haarglättungsmitteln hin. Nach dem Auftragen der Glättungsmittel und einer halben Stunde Einwirkzeit, werden die Haare mit einem heißen Eisen geglättet. Durch die Hitze werden dabei dann giftige Formaldehyddämpfe freigesetzt. Dies ist besonders für die professionellen FrisörInnen gefährlich, wenn diese täglich mehrere Stunden im Formaldehydnebel arbeiten müssen. Beim Auftragen auf die Haare und dem anschließenden Einwirken kann es zudem zu starken Reizungen der Kopfhaut kommen.

Diese Glättungsmittel sind in der EU aufgrund ihrer gesundheitsschädlichen Wirkung zwar verboten, allerdings kann man davon ausgehen, dass es zahlreiche Importe aus dem Ausland gibt und diese Mittel auch in Deutschland weit verbreitet sind.

Andere Bezeichnungen für Formaldehyd sind:

  • Methanal
  • Methylaldehyd
  • Oxomethan
  • Formylhydrat
  • Ameisensäurealdehyd
  • Ameisenaldehyd
  • Formalin/Formol

Formaldyhd auch in Textilien und Bambusgeschirr

Auch in vielen weiteren Alltagsgegenständen findet sich Formaldehyd. So werden einige Formaldehydabspalter beispielsweise verwendet, um das Knittern von Kleidung zu verhindern. Wenn Du also irgendwo das Wort „bügelfrei“ an einem Kleidungsstück entdeckst, weißt Du jetzt was dahinter stecken könnte. Hier wurden von der EU Grenzwerte festgelegt, die die Gesundheit der Verbraucher schützen soll. Kleidungsstücke, die das Textillabel 'OEKO-TEX® Standard 100' tragen, sollten demnach sicher sein.

Und auch in dem als nachhaltige Alternative gepriesenen Bambusgeschirr steckt so einiges an Formaldehyd. Denn dieses wird zum größten Teil aus Melamin-Formaldehyd-Harz, einem Kunststoff, hergestellt. Bambusfasern dienen trotz des Namens leider nur als Füllstoff. Wenn Bambusware über 70 Grad Celsius erhitzt wird, kommt es zur Freisetzung von Formaldehyd. Daher sollte dieses Geschirr nicht zum Kochen verwendet werden, sondern lediglich zum Servieren. Besonders beliebt ist Bambusgeschirr als Coffee-to-go Becher. Doch wirklich geeignet dafür ist das Material nicht. Denn der heiße Kaffee löst ebenfalls Formaldehyd aus dem Kunststoff heraus.

Formaldehyd ganz leicht mit CodeCheck erkennen

Mit der CodeCheck-App kannst Du Formaldehydabspalter ganz einfach erkennen. Über den Barcode-Scanner oder die Produktsuche wird Dir Formaldehyd in dem jeweiligen Produkt direkt als „roter“, das heißt, als „sehr bedenklicher“ Stoff angezeigt.

Zugleich werden Dir „grüne“ Alternativen ohne Formaldehyd vorgeschlagen.

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