Diese Lebensmittel können Krebs verursachen

Ernährung und Krebsrisiko

Diese Lebensmittel können Krebs verursachen - Ernährung und Krebsrisiko

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Über den Zusammenhang von Ernährungsweise und Krebsrisiko diskutieren Forscher:innen schon lange. Mittlerweile konnten sie verschiedene Nahrungsmittel identifizieren, die bei übermäßigem Verzehr nachweislich das Krebsrisiko erhöhen. Wir liefern Dir eine kleine Übersicht, welche Lebensmittel Du aus diesem Grund nur in Maßen genießen solltest.

Fleisch und Wurst – roh und auch verarbeitet krebsfördernd

Verschiedenen Studien haben bereits seit Beginn der 2000er Jahre einen statistischen Zusammenhang von Fleischkonsum und der erhöhten Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, festgestellt. Doch inwiefern dies wirklich am Fleischkonsum und nicht an der allgemeinen Lebensweise der untersuchten Proband:innen liegt, wurde ebenso lange in der medizinischen Fachwelt diskutiert. Im Jahr 2015 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schließlich einen Bericht, der die Zusammenhänge differenzierter darstellte. Daraus geht hervor, dass vor allem ein übermäßiger Verzehr von verarbeitetem Fleisch zum Beispiel in Form von Wurst und Salami, Speck oder Schinken sowie rotem Fleisch das Darmkrebsrisiko erhöht. Unter rotem Fleisch verstehen die Forscher:innen Muskelfleisch von Rind, Schwein, Schaf, Pferd oder Ziege.

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Pixabay / Reinhard Thrainer

Als Verursacher wurden dabei aromatische Kohlenwasserstoffe und Nitrosamine vermutet, die beim Kochen, Braten, Grillen und Verarbeiten von rotem Fleisch entstehen, sowie das Häm, ein natürlicher Bestandteil von rotem Fleisch. Außerdem mehren sich die Hinweise, dass insbesondere Rindfleisch die Wahrscheinlichkeit erhöht, an Krebs zu erkranken. Professor zur Hausen und Professorin de Villiers vom Deutschen Krebsforschungsinstitut (DKFZ) stellten 2014 einen weiteren Zusammenhang zwischen dem Aufkommen von bestimmten Krebsarten und dem Verzehr von Fleisch und Milch europäischer Milchkühe fest. In diesem Fall sollen DNA-Überreste von Viren in den Milchkühen Entzündungen fördern, welche das Krebsrisiko für den Menschen erhöhen. Wissenschaftler:innen empfehlen aus diesen Gründen einen maximalen wöchentlichen Verzehr von 300 bis 600 Gramm rotem Fleisch.

Wenn Du nicht auf Fleisch verzichten und Abwechslung in Deinen Speiseplan bringen möchtest, kannst Du statt Rind auch einmal andere Fleischsorten wie beispielsweise Huhn oder Fisch verwenden. Geflügel, Wild und Innereien gehören zum sogenannten weißen Fleisch und stehen nicht im Verdacht, das Darmkrebsrisiko zu erhöhen. Hier musst Du also, zumindest was das Krebsrisiko anbelangt, keinen Verzicht üben.

Milch – essentiell oder schädlich?

In den letzten Jahren wurde medial viel über den gesundheitlichen Effekt von Milch diskutiert. Früher wurde Milch als unverzichtbar für eine gute Entwicklung angesehen, da sie primär als wichtige Quelle für Kalzium sowie für Eiweiß und andere Nährstoffe wie Vitamin D und Kalium galt. Aber mittlerweile mehren sich die kritischen Stimmen: Milch gilt nicht nur als Klimasünde, sondern wird auch mit Allergien, Verdauungsproblemen, Übergewicht, Diabetes Typ 2, Knochenproblemen und sogar Krebs in Verbindung gebracht.

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Pixabay / Engin Akyurt

Bei der Krebsgefahr durch Milch zeigt sich ein gemischtes Bild. So scheint ein hoher Milchkonsum das Prostata- und Brustkrebsrisiko zu erhöhen, aber gleichzeitig das von Darmkrebs zu verringern. Welche Inhaltsstoffe aus der Milch hier entscheidend sind, ist Gegenstand aktueller Forschungsprojekte. Die Arbeitsgruppe um Professor zur Hausen fand nicht nur im Fleisch, sondern auch in der Milch von bestimmten Milchkühen virale DNA-Überreste, die vermutlich das Krebsrisiko erhöhen. Dennoch rät der Forscher nicht zu einem grundsätzlichen Verzicht. Denn ein moderater Verzehr von Milchprodukten gilt als unbedenklich und wirkt weder gesundheitsfördernd noch gesundheitsschädlich. Als Orientierung nennt die Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) für Erwachsene einen täglichen Richtwert von 200 bis 250 Gramm Milch und Milchprodukten sowie 50 bis 60 Gramm Käse.

Alkohol – reaktives Zellgift

Dass Alkohol ein Zellgift und schlecht für die Gesundheit ist, wissen mittlerweile fast alle. Aber dass circa fünf Prozent der krebsbedingten Todesfälle auf schädlichen Alkoholkonsum zurückzuführen sind, ist wenigen Menschen bekannt. Wie genau Alkohol Krebs verursacht, ist allerdings noch unklar. Reaktive Abbauprodukte des Ethanols, so die chemische Bezeichnung des trinkbaren Alkohols, schädigen vermutlich unsere Erbsubstanz und verwandeln dadurch gesunde Zellen in Krebszellen. Außerdem hat Alkohol einen Einfluss auf die Ausschüttung und Wirkungsweise von Geschlechtshormonen, was die Entstehung von Brustkrebs bei Frauen begünstigt.

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Unsplash / Yutacar

Zucker und Süßstoffe – gesundheitsschädliche Sünden

In der Bevölkerung ist der Glaube, dass Zucker das Krebsrisiko erhöht, weit verbreitet. Tatsächlich gibt es keine Beweise dafür, dass eine "zuckerfreie" Ernährung das Krebsrisiko senkt oder die Überlebenschancen im Falle einer Krebsdiagnose erhöht. Ein eindeutiger Zusammenhang besteht stattdessen zwischen Übergewicht und erhöhtem Krebsrisiko. Die übermäßige Aufnahme von Zucker hat also eher indirekt Einfluss auf das Krebsrisiko, indem dadurch die Wahrscheinlichkeit für Übergewicht und damit auch die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, erhöht wird.

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Unsplash / Alexander Grey

Um Zucker als potentiellem Risikofaktor aus dem Weg zu gehen, ist es allerdings nicht ratsam, stattdessen zu Süßstoffen zu greifen. Eine neue Studie aus Frankreich deutet für die weit verbreiteten Süßstoffe Aspartam, Acesulfam-K und Sucralose auf ein erhöhtes Krebsrisiko hin. Bei den Inhaltsstoffen kannst Du sie auch an den E-Nummern E951, E950 und E955 oder mit Hilfe der CodeCheck-App erkennen.

Gegrillt, frittiert und gebraten – bedenkliche Röststoffe

Chips, Pommes oder auch die knackige Kruste eines leckeren Sauerteigbrotes enthalten die Substanz Acrylamid. Dieser Stoff entsteht beim Backen, Grillen oder Rösten als Nebenprodukt und wird seit 2015 von der EU als krebserregend eingestuft. Um nicht auf die leckeren Röstaromen verzichten zu müssen, empfiehlt die Europäische Behörde für Nahrungsmittelsicherheit, die entsprechenden Lebensmittel bei geringeren Temperaturen zuzubereiten und darauf zu achten, dass beispielsweise beim Toasten keine schwarzen Stellen entstehen. Dadurch kannst Du den Acrylamidanteil als Nebenprodukt des Röstvorgangs vermindern. Für die verarbeitende Industrie gelten darüber hinaus EU-Richtlinien, welche die Entstehung von Acrylamid vermindern sollen.

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Pixabay / Donna Senza Fiato

Für den tatsächlich krebserregenden Effekt all dieser Lebensmittel gilt: „Die Dosis macht das Gift.“. Bei einer abwechslungsreichen, ausgewogenen Ernährung musst Du also auf keines der oben genannten Nahrungsmittel verzichten. Wichtig für Deine Gesundheit ist, den übermäßigen Konsum kritischer Lebensmittel zu vermeiden und bei einer genetischen oder familiären Prädisposition gegebenenfalls einen Arzt oder eine Ärztin zu Rate zu ziehen.

Quellen

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