Wie gesund sind Lebensmittel mit Hanf oder CBD?

Gefragtes Wundermittel

Wie gesund sind Lebensmittel mit Hanf oder CBD? - Gefragtes Wundermittel

CBD in Lebensmitteln
Shutterstock

von

Nach dem Hype um CBD-Öl ist Cannabidiol, gewonnen aus der Hanf-Pflanze, auch immer häufiger in Lebensmitteln zu finden. Ob in Getränken, Müsliriegeln, Würstchen oder in Form von Hanfproteinpulver, die positiven Wirkungen auf unsere Gesundheit sollen auch hier genutzt werden. Der Markt für CBD-Produkte ist jedoch kaum reguliert. Ist CBD also wirklich unbedenklich und in Lebensmitteln überhaupt legal?

Hanf ist eine uralte Kulturpflanze, deren Fasern ursprünglich vor allem für die Herstellung von Textilien verwendet wurden. Bei uns wurde Hanf vor einiger Zeit aber insbesondere als CBD-Öl zum Trend. Bei oraler Anwendung soll das Öl aus Extrakten der Gesamtpflanze (inklusive Blüten und Stängel) entspannend und schmerzlindernd wirken. Da CBD im Gegensatz zu THC keine psychoaktive Wirkung besitzt, sind CBD-Produkte in der EU meist auch ohne Einschränkungen zugelassen. Bei Lebensmitteln sieht es jedoch anders aus. Viele Produkte warten noch auf ihre Zulassung, sind aber bereits im Handel erhältlich.

Diese Inhaltsstoffe stecken in Hanf

Hanfsamen besitzen einen leicht süßen, nussigen Geschmack, der an Sonnenblumenkerne oder Sesamkörner erinnert. Sie enthalten hochwertige Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren, Proteine und Vitamine. Besonders Vitamin B1, B2 und Vitamin E sind hier zu nennen. Auch Ballaststoffe und Spurenelemente wie Kalzium, Magnesium, Eisen und Kalium sind in Hanfsamen zu finden.

Diese Inhaltsstoffe sollen das Immunsystem stärken, das allgemeine Wohlbefinden positiv beeinflussen und das prämenstruelle Syndrom (PMS) lindern. Die enthaltenen Fettsäuren wiederum fördern die Erneuerung der Zellen. Hanfsamen können sich auch positiv auf den Schlaf auswirken, da die Mineralstoffe die Hormonproduktion ankurbeln. Der Pflanze wird darüber hinaus eine entzündungshemmende, angstlösende und schmerzlindernde Wirkung zugeschrieben. So sollen Produkte mit CBD bei Gelenkschmerzen (Arthrose), Migräne, Alzheimer, Epilepsie und sogar bei verschiedenen Krebserkrankungen Linderung bringen.

Gesundheitliche Wirkung ist umstritten

Dass diese vielfältigen positiven Gesundheitseffekte auch für Lebensmittel mit dem Hanf-Inhaltsstoff CBD zutreffen, ist jedoch bisher nicht wissenschaftlich erwiesen. Laut „Verbraucherzentrale“ sei zudem die Unbedenklichkeit von Produkten mit CBD nicht ausreichend gewährleistet. Die Aufnahme von CBD kann sogar zu zahlreichen unerwünschten Nebenwirkungen führen. CBD löste bei jedem Zehnten Schläfrigkeit und Benommenheit aus. Andererseits wurde auch von Schlafstörungen und innerer Unruhe berichtet. Hautausschläge, Durchfall und Appetitlosigkeit wurden ebenfalls genannt. Die „Verbraucherzentrale“ rät daher von einem Verzehr - auch über Lebensmittel - ab, da Dosierung, Sicherheit und Wechselwirkungen noch nicht ausreichend erforscht und geklärt sind.

Verkauf trotz fehlender Zulassung

Lebensmittel mit Hanfsamen und aus Hanf gewonnenes Öl oder Mehl sind als traditionelle Zutaten für Speisen meist erlaubt. Auch in der Teeproduktion dürfen Hanfblätter verwendet werden. Das Ringen um die sachgerechte Einstufung von Cannabidiol und dessen Zulassung als Lebensmittel zieht sich allerdings bereits über einige Jahre hin. Der nicht psychotrope Cannabis-Inhaltsstoff pendelte immer wieder zwischen der Klassifizierung als Lebensmittel, Arzneimittel oder sogar Betäubungsmittel.

Am 19. November 2020 urteilte der „Europäische Gerichtshof“, dass CBD als Cannabisextrakt, nicht aber als Suchtstoff und damit als Lebensmittel eingestuft wird. Der EuGH folgte somit der Auffassung der „Weltgesundheitsorganisation“ (WHO), die CBD nicht als Droge klassifizierte. Seitdem prüft die „Europäische Kommission“ erneut die Zulassungsanträge für CBD-Produkte als Novel Food (neuartige Lebensmittel).

Dafür müssen aber die Hersteller die gesundheitliche Unbedenklichkeit nachweisen, was bisher aufgrund fehlender Studien nicht erfolgen konnte. Fundierte Belege gibt es nur für einige wenige zugelassene Medikamente, aber nicht für CBD in Lebensmitteln. Dem „Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit“ ist derzeit keine Fallgestaltung bekannt, wonach Cannabidiol (CBD) in Lebensmitteln, also auch in Nahrungsergänzungsmitteln, verkehrsfähig wäre.

Bundesweite Regelung fehlt

Vor allem für Kinder und Jugendliche seien Bonbons, Schokolade oder Erfrischungsgetränke mit fragwürdigen Hanfzutaten eine Gefahr, so die „Verbraucherzentrale“. In einigen Bundesländern wurden bereits Produkte vom Markt genommen. Die Stadt Köln verbot beispielsweise im Juni 2020 den Verkauf von Lebensmitteln mit CBD in einer Allgemeinverfügung. In Baden-Württemberg wurden Apotheken informiert, dass CBD-Produkte bislang nicht verkehrsfähig seien. Für die Beurteilung der Eignung als Nahrungsmittel sind allein die jeweiligen Landesbehörden zuständig. Eine bundesweite Regelung beziehungsweise ein Verbot ist noch nicht in Sicht. Wenn Du also auf Nummer sichergehen willst, warte mit dem Konsum von CBD-Lebensmitteln noch etwas ab, bis die Studienlage eindeutig ist und die Zulassungen geprüft sind.

Weiterführende Links:

Ich möchte den Codecheck-Newsletter abonnieren und keine News mehr verpassen

0/5 0 Stimmen

Weitere Beiträge, die dich interessieren könnten

[final] Biofach 2024
Produkte für dich entdeckt –
[final] Öko-Test Margarine 100
Margarine im „Öko-Test“ –
[final] Adrien Olichon / Unsplash
Verbot von Titandioxid in Lebensmitteln –

Anzeige

[final] Headerbild

Natürliche Lippenpflege in der kalten Jahreszeit

Im Winter werden die Lippen durch starke Temperaturschwankungen und trockene Luft besonders beansprucht. Mit einer reichhaltigen Lippenpflege kannst du spröden Lippen jedoch gut vorbeugen: Mit natürlichen Inhaltsstoffen, einer nachhaltigen Philosophie und ausgezeichnet mit dem 100-prozentigen Green Label von CodeCheck bringt dich die Lippenpflege von OYESS zart und geschmeidig durch den Winter.

Feste Duschen im „Öko-Test“

[final] Öko-Test Feste Duschen

Gute Alternativen zu herkömmlichem Duschgel

Kompakt, ergiebig und plastikfrei – immer mehr Hersteller kommen mit festen Duschen auf den Markt. Die Waschstücke werden auch gern gekauft, denn sie sind eine gute Alternative zum herkömmlichen Duschgel. Das kann „Öko-Test“ weitestgehend bestätigen. Im Test waren 30 feste Duschgele, konventionelle und zertifizierte naturkosmetische Produkte. Das erfreuliche Ergebnis: Knapp über zwei Drittel der festen Duschgele sind mit Bestnote empfehlenswert. Nur wenige Inhaltsstoffe sind bedenklich.

Sicher schminken

[final] Kinderkosmetik

Gefährliche Inhaltsstoffe in Kinderkosmetik erkennen

Prinzessin, Löwe, Ritter oder Clown: In der Faschingszeit stehen Glitzerpuder, Lipgloss und spezielle Schminksets bei Kindern besonders hoch im Kurs. Mit ein bisschen Farbe auf Gesicht und Nägeln verwandeln sie sich im Nu in bunte Fantasiegestalten. Doch ist diese Kosmetik überhaupt für Kinder geeignet? Wie sicher sind die Inhaltsstoffe? Wir haben Herrn Dr. Urs Hauri, Experte für Inhaltsstoffe in Kosmetik und stellvertretender Leiter Chromatographie des Schweizer Kantonalen Laboratoriums Basel-Stadt, zum Thema befragt.

Orangensaft im „Öko-Test“

[final] Öko-Test Orangensaft 100

Oh, oh, Orangensaft ...

„Öko-Test“ wollte wissen, ob Orangensaft, der derzeit wie andere Lebensmittel immer teurer wird, sein Geld wenigstens wert ist. Das Urteil ist nicht eindeutig. Zwar stimme die Qualität meistens, sagen die Tester:innen, aber die Arbeitsbedingungen auf den Orangenplantagen stellen sie nicht überall zufrieden. 19 Produkte standen auf dem Prüfstand, nur ein fair gehandelter Discountersaft schneidet „sehr gut“ ab.

Produkte im CodeCheck

[final] Grünes Peeling

Diese Peelings sind frei von schädlichen Inhaltsstoffen

Mit einem Gesichts- oder Körperpeeling entfernst du abgestorbene Hautschüppchen und sorgst für ein feines Hautbild. Für den nötigen Abrieb haben Hersteller über lange Zeit kleine Kunststoffpartikel als Schleifkörper verwendet. Seit Oktober 2023 sind diese problematischen Stoffe in Peelings glücklicherweise verboten.