Trinkst Du auch Plastik mit Deinem Tee?

Mikroplastik in Lebensmitteln

Trinkst Du auch Plastik mit Deinem Tee? - Mikroplastik in Lebensmitteln

Teebeutel
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An kalten Tagen gibt es doch kaum etwas Schöneres, als es sich mit einem heißen Tee gemütlich zu machen. Doch dieser Genuss hat einen faden Beigeschmack. Denn nicht selten nimmst Du mit dem Tee auch große Mengen an Plastik zu Dir - sogar mehr als mit Mineralwasser in Plastikflaschen oder Meersalz. Auch Bio-Marken sind davon nicht ausgenommen.

Mikroplastik findet sich überall. Ob in Kosmetik, Flaschenwasser, Honig oder Hausstaub, es gibt kein Entkommen vor den winzigen Teilchen. Sie gelangen über das Abwasser in die Umwelt und über die Lebensmittel in unseren Körper. Was sie dort genau anrichten, ist noch unklar, aber allein die Vorstellung, dass wir Plastik essen, lässt einem den Appetit verderben. In einer Studie wurde nun nachgewiesen, dass auch Teebeutel ein hohes Maß an Kunststoff abgeben können.

Mehr Plastik in Tee als in Salz

In einer Studie, die in der Zeitschrift „Environmental Science and Technology“ erschien, konnten in Teebeuteln immense Mengen von Plastikfasern im Mikro- (100 Nanometer bis 5 Millimeter) und Nanobereich (kleiner als 100 Nanometer) nachgewiesen werden. Im Vergleich zu deren Anteil in Flaschenwasser oder Salz sei es deutlich mehr. Eine Tasse Tee enthielt durchschnittlich 11,6 Milliarden Mikroplastik-Partikel und 3,1 Milliarden Nanoplastik-Partikel. Das ist mehr Plastik, als bisher in allen anderen Lebensmitteln gefunden wurde. Eine Stichprobe von „Fleur de Sel“ enthielt maximal 1,8 μg pro Gramm Salz. Das heiße Wasser zum Aufbrühen des Tees würde den Effekt noch verstärken, laut Studie.

Wie kommt Plastik in Tee?

Wie viel Plastik in Tee enthalten ist, hängt vom Material des Beutels ab. In der oben genannten kanadischen Studie wurden Beutel aus PET und Nylon untersucht. In Europa kommen Tees im Nylon-Pyramidenbeutel, der oft aus Biokunststoff (PLA) besteht, insbesondere bei Premium-Teemarken zum Einsatz. Sie sind oft an ihrer Pyramiden-Form erkennbar.

Teebeutel
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Die meisten der in Deutschland verkauften Teebeutel bestehen glücklicherweise zum Großteil aus Papier und anderen Pflanzenfasern. Allerdings wird auch diesen manchmal Kunststoff beigemischt, um sie gegen Nässe resistent zu machen. Besonders bei schnurlosen Beuteln wird meist der hitzeresistente Kunststoff Polypropylen zum Verschließen mit einer Klebenaht verwendet. Dieser Kunststoff auf Erdölbasis ist weder kompostierbar noch biologisch abbaubar. Auch wenn sein Anteil meistens relativ gering ist - bei Tee der Marke „Twinnings“ liegt er beispielsweise zwischen 20 und 30 Prozent - summiert sich dieser bei häufigem Teetrinken.

Welche Tees enthalten kein Plastik?

Da die Hersteller vorwiegend eher schwammige Aussagen über die Zusammensetzung des Teebeutels machen, ist es nicht einfach, plastikfreien Tee zu finden und zu genießen. Auf der Packung ist seine Beschaffenheit nicht gesondert ausgewiesen. Die einfachste Art, Plastik in Tee zu umgehen, ist daher, mit einem Teesieb aus Edelstahl oder selbst gemachten, wiederverwendbaren Beuteln aus Stoffresten, die Du immer wieder mit losem Tee befüllen kannst. Auf diese Weise sparst Du Müll und in den meisten Fällen zudem Geld, da offener Tee auf Dauer günstiger ist.

Auch die klassische Zweikammerform mit Schnur und Etikette kommt überwiegend ohne Plastik aus. Achte auf 100 Prozent biologisch abbaubare Teebeutel. Denn im Vergleich zu Papier, das sich im Kompost zersetzt, zerfällt Kunststoff in Mikroplastik. Die Marken „Cupper“, „Meßmer“, oder „Pukka“ verwenden beispielsweise vollständig abbaubare Beutel.

So entsorgst Du Tee richtig

Das Papier der Teebeutel besteht größtenteils aus Abaca-Fasern. Dabei handelt es sich um Hanffasern, die biologisch abbaubar sind und dank ihrer hohen Reißfestigkeit verhindern, dass der Beutel platzt. Wenn Dein Teebeutel als 100 Prozent biologisch abbaubar ausgewiesen ist, kannst Du ihn wie losen Tee auch bedenkenlos in der Bio-Tonne oder auf dem Kompost entsorgen (idealerweise ohne die Metallklammer). Die zwei Prüfzeichen „DIN-Geprüft“ und „Keimling“ des „European Bioplastics e. V.“ stehen ebenfalls für uneingeschränkte Kompostierbarkeit.

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