So viel CO2 verursacht Dein digitaler Konsum

Online Fußabdruck

So viel CO2 verursacht Dein digitaler Konsum - Online Fußabdruck

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Unsere Wärmeversorgung, Online-Bestellungen oder auch unsere Ernährung, sie alle produzieren CO2 und tragen zu unserem ökologischen Fußabdruck bei. Doch wie sieht es eigentlich mit unseren digitalen Aktivitäten aus? Forscher gehen davon aus, dass das Internet genauso viel CO2 verursacht wie der Flugverkehr. Wir haben Smartphone, Laptop und Internetnutzung genauer unter die Lupe genommen und verraten, wie Du Deine private CO2-Bilanz in diesem Bereich verbessern kannst.

„Flugscham“ war gestern, heute ist „Digitalscham“ oder „Klickscham“ in aller Munde. Gemeint sind die CO2-Emissionen, die durch unseren digitalen Konsum produziert werden. Tatsächlich haben unsere Online-Aktivitäten einen ähnlich großen ökologischen Fußabdruck, wie der globale Luftverkehr.

In Deutschland belaufen sich die Emissionen unseres digitalen Konsums pro Person durchschnittlich auf 0,85 Tonnen pro Jahr – Tendenz steigend. In diesen Wert fließen der Kauf, der Gebrauch und die Internetnutzung als CO2-Äquivalente (alle Klimagase umgerechnet auf die CO2-Klimaschädlichkeit) ein. Diese knappe Tonne entspricht laut „Umweltbundesamt“ (UBA) bereits der Menge, die eine Person maximal verursachen dürfte. In der Realität sind es jedoch im Durchschnitt 11,6 Tonnen.

Die Herstellung digitaler Geräte erzeugt am meisten CO2

Auch wenn genaue Daten darüber, wie viel CO2 einzelne digitale Aktivitäten verursachen, schwer berechenbar sind, stufen Experten den Stromverbrauch durch unseren digitalen Konsum als sehr hoch ein. Insbesondere die Herstellung digitaler Geräte schlägt bereits mit 346 Kilogramm CO2-Äquivalente (CO2e) zu Buche. Ursachen dafür sind Prozesschemikalien zur Rohstoffgewinnung und Verarbeitung sowie der Energieaufwand zur Halbleiterfertigung. Unter den digitalen Geräten führt der Flachbildfernseher die Rangliste an bezogen auf die CO2-Emissionen bei der Produktion mit 200 Kilogramm pro Nutzungsjahr. Die Herstellung eines Laptops liegt bei 63 Kilogramm CO2e, die eines Smartphones bei 50 Kilogramm CO2e pro Jahr.

CO2-Emissionen sind bei der Nutzung von Fernsehern am höchsten

Durch den Stromverbrauch während der Nutzung digitaler Endgeräte kommen pro Jahr 189 Kilogramm CO2-Emissionen hinzu. Diese teilen sich wie folgt auf: Fernseher 156 Kilogramm CO2e, Laptop 25 Kilogramm CO2e und Smartphone in gleicher Höhe wie Sprachassistent mit vier Kilogramm CO2e. Dabei wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch durchschnittlich vier Stunden pro Tag den Fernseher nutzt und das Smartphone vier Stunden täglich am Ladegerät hängt.

Rechenzentren sind CO2-Schwergewichte

Milliarden von Rechenzentren laufen weltweit rund um die Uhr, um gigantische Datenmengen zu versenden, auszutauschen und zu speichern. Dies bedingt eine immense Menge an Strom. Zudem müssen die Server gekühlt werden, um nicht zu überhitzen. Schätzungen gehen davon aus, dass die Rechenzentren allein in Deutschland 14 Milliarden Kilowattstunden jährlich verbrauchen. Pro Internet-Anschluss sind dies knapp 400 Kilowattstunden elektrische Energie beziehungsweise 213 Kilogramm CO2-Emissionen pro Jahr. Verglichen mit 2010 ein Zuwachs von 40 Prozent - Tendenz steigend. An umweltfreundlichen Lösungen, beispielsweise den Wärmeausstoß der Rechenzentren effektiv zu nutzen, wird bereits gearbeitet. In manchen Städten dient diese Energie bereits der Beheizung von Wohnsiedlungen.

Suchmaschinen-Anfrage produziert bis zu zehn Gramm CO2-Äquivalente

Im Vergleich zu großen Geräten gering, aber dennoch existent, ist der Energieverbrauch einer Suchmaschinen-Anfrage. Auch hierbei entsteht das Klimagas: Laut Google produziert eine Anfrage etwa 0,2 Gramm CO2. Bedenkt man, dass jeden Tag 3,45 Milliarden Mal gegoogelt wird, kommt eine beträchtliche Menge zusammen.

Wie viel Emissionen alle weltweiten Google-Anfragen verursachen, kannst Du Dir hier in Echtzeit sehen

Je bewegter die Bilder im Netz, desto mehr Emissionen

Generell gilt im Netz: desto bunter und bewegter, desto mehr Emissionen. So verbraucht die Youtube-Startseite mit ihren zahlreichen bewegten Vorschaubildern, ihren Pop-ups etc. schon etwa 3 Gramm CO2e pro Aufruf. Noch mehr wird es beim Streaming.

Eine halbe Stunde Streaming auf Netflix verursacht laut dem französischen Thinktank "The Shift Project" etwa 1,6 Kilo CO2. Das ist die gleiche Menge, die man mit einer kurzen Autofahrt verursachen würde.

So sparst Du Energie und damit CO2

  • Nutze Deine Geräte so lange wie möglich und ersetze sie nicht ständig durch das neueste Modell auf dem Markt.
  • Streame weniger und sei dabei wählerischer: Wenn ein Film oder eine Serie Dir nicht gefällt, dann schalte ab.
  • Greif mal wieder öfter zu Stift und Papier oder lies ein Buch, statt ständig zu netflixen oder auf Instagram zu surfen.
  • Man muss nicht alles googeln ;).
  • Lösche alte E-Mails und melde Dich von Newslettern abmelden, die Du nicht liest. Auch diese kann schon einen Beitrag dazu leisten, Energie und damit CO2 einzusparen.
  • Das Speichern von Daten auf externen Medien statt in Deiner Cloud trägt ebenfalls zu weniger Emissionen bei.
  • Experten raten darüber hinaus zu einer Datendeduplizierung. Das bedeutet, gleiche Daten nicht mehr so oft zu verteilen (in Mails, Messenger-Diensten, Clouds).

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