So sparst Du Abfall bei To-go-Produkten

Verpackungsmüll auf Rekordhoch

So sparst Du Abfall bei To-go-Produkten - Verpackungsmüll auf Rekordhoch

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Seit Jahren steigt der Verbrauch von Verpackungen. In diesem Jahr steuern wir in Deutschland auf einen neuen Höchstwert zu - nicht zuletzt wegen der Corona-Krise. To-go-Essen und Bestellungen bei Lieferdiensten sind jetzt besonders beliebt, verursachen jedoch jede Menge zusätzlichen Müll und belasten die Umwelt. Das muss nicht sein.

Umgerechnet 227,5 Kilogramm Verpackungsmüll produzierte jede(r) Deutsche im Jahr 2018, so die neuesten Berechnungen des „Umweltbundesamts“ (UBA). Dies bedeutet bereits ein Kilo mehr als noch im Jahr zuvor. Der Gesamtwert belief sich auf 18,9 Millionen Kilogramm, wovon 47 Prozent auf die Privathaushalte entfielen. Dies entspricht umgerechnet 107,7 Kilo pro Kopf - 20,6 Prozent mehr als 2010. Wie Berechnungen von „Der Grüne Punkt“ zeigen, wird die Corona-Pandemie diesen Trend vermutlich weiter vorantreiben. Die Abfallberge wachsen, unnötige Ressourcen werden verbraucht und der Klimawandel beschleunigt.

10 Prozent mehr Verpackungsmüll durch Corona

Etwa zehn Prozent mehr Verpackungsabfälle landen seit März dieses Jahres im Müll privater Haushalte (Stand Juni 2020). Trotz der leicht gesunkenen Mengen im Gewerbebereich hat Kunststoffmüll insgesamt zugenommen. Das verwundert nicht, denn wir mussten vermehrt zu Hause bleiben, Restaurants und Kantinen waren über viele Wochen geschlossen und sind es aktuell wieder. Dafür erfreuten sich Einwegprodukte bei Lieferdiensten und To-go-Angebote großer Beliebtheit. War Mehrweg vor allem bei To-go-Kaffee auf einem guten Weg, so quollen die Mülleimer schnell wieder über mit Einwegbechern, Pizzakartons und Schalen. Damit das nicht so bleibt, kannst Du Folgendes tun.

Weniger Essen vom Lieferdienst oder nur in Mehrweg-Verpackungen

Einwegverpackungen von Essenslieferdiensten und -abholungen landen direkt nach dem Verzehr im Müll. Bereits vor der Corona-Krise entstanden durch To-go-Essensverpackungen 155.000 Tonnen Abfall, somit 400.000 entsorgte Menüschalen pro Stunde. Was viele nicht wissen: Selbst mitgebrachte Mehrwegboxen und -becher sind weiterhin unter Berücksichtigung der Hygienevorschriften erlaubt. Zwar ist das Abfüllen von Speisen und Getränken in mitgebrachte Dosen ein freiwilliges Angebot des Handels wird jedoch selten von diesem abgelehnt.

Eine sinnvolle Alternative, die auch hygienisch punkten kann und den Gastronomen Kosten spart, sind Mehrwegboxen mit Pfand. Da bisher jedoch noch kein funktionierendes Mehrwegbecher- und Mehrwegboxensystem etabliert wurde, fordert die „Deutsche Umwelthilfe“ (DUH) eine verbindliche Quote für Mehrweggeschirr. Dabei könnte die App „Vytal“ helfen, ein digitales Mehrwegsystem für Take-away, Delivery und Convenience Food zu etablieren. Die Gastronomie, Kantinen und Supermärkte werden dabei mit Mehrweggefäßen ausgestattet, die ausgeliehen und zurückgegeben werden können. Nach eigenen Angaben würde eine Vital-Schüssel nach 200 Nutzungen circa 20 Kilogramm CO2 einsparen.

Tipp: Informiere Dich vor Deiner Bestellung, welche Restaurants und Cafés zero-waste-freundlich sind und Mehrwegsysteme unterstützen. Und vielleicht muss es auch keine Bestellung sein, bei der Verpackungsmüll anfällt, sondern Du kannst aus Deinen Schätzen im Kühlschrank eine leckere Mahlzeit zaubern.

Mehrweg- statt Einwegbecher bei Coffee-to-go

55.000 Tonnen Abfall entstehen jährlich allein durch To-go-Becher (inklusive Deckel, Strohhalm und Rührstab). Pro Stunde gehen 320.000 Einweg-Becher über die Ladentheke und werden nach durchschnittlich zehn Minuten Nutzungszeit in den Müll geworfen. Um diese immensen, unnötigen Müllmengen und den Verbrauch von Ressourcen zu reduzieren, gibt es jedoch Alternativen wie wiederverwendbare Coffee-to-go-Becher oder auch hier ein funktionierendes Pfandsystem. „Recup“ verfügt mittlerweile über ein deutschlandweites Partnernetz aus teilnehmenden Cafés, Restaurants und Bäckereien, bei denen Kaffee in Mehrwegbechern ausgegeben wird und leere Becher wieder zurückgenommen werden. Seit Kurzem bietet das Unternehmen darüber hinaus über „Rebowl“ eine Alternative zu Einweg bei Take-away.

Tipp: Achte beim Kauf Deines eigenen Coffee-to-go-Bechers darauf, dass kein Bisphenol-A (BPA) Plastik enthalten ist. Dieser Stoff kann sich bei hohen Temperaturen aus dem Plastik lösen und wirkt wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen. Auch Becher aus Bambus stehen in der Kritik, da das oft darin verborgene Melamin im Verdacht steht, Erkrankungen im Blasen- und Nierensystem zu verursachen.

Einkaufen auf dem Wochenmarkt anstatt im Supermarkt

Der Einkauf auf dem Wochenmarkt, am Obst- und Gemüsestand oder in Hofläden hat viele Vorteile. Hier werden vor allem regionale und saisonale Produkte - und zwar unverpackt - angeboten. In Zeiten von Corona kommt jedoch noch ein weiterer Faktor hinzu: Du kaufst an der frischen Luft ein und musst Dich nicht mit vielen anderen Kund:innen durch schmale Supermarktgänge zwängen. Und wenn Du für Käse, Brot oder die Portion Käsespätzle vom Marktstand Deinen eigenen Behälter mitbringst, shoppt das gute Gewissen ebenfalls mit.

Weitere Tipps, um gerade jetzt Verpackungsmüll zu sparen

Für Lebensmittel wie Reis, Hülsenfrüchte oder Mehl haben Unverpackt-Läden trotz Teil-Lockdown auch weiterhin geöffnet. Dort kannst Du mit Deinem eigenen Behälter die gewünschte Menge abfüllen. Der Kauf von Großpackungen, die Du unter anderem bei Bioläden oder idealerweise direkt bei den Erzeuger:innen bestellen kannst, trägt ebenfalls dazu bei, Verpackungsmüll zu sparen und Du hast Gewissheit darüber, woher Deine Linsen, Chiasamen oder Dein Olivenöl kommen.

Generell sollte alles, was nur einmal oder nur für kurze Zeit genutzt wird, nach Möglichkeit gemieden werden. Dazu zählen neben To-go-Verpackungen auch Einmalmasken oder -handschuhe. Verwende lieber selbst genähte Stoffmasken und unterstütze damit kleinere Läden, deren Geschäftsmodelle es durch die Krise schwerer haben.

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