Nachhaltige Banken: warum sich der Wechsel lohnt

Grünes Geld

Nachhaltige Banken: warum sich der Wechsel lohnt - Grünes Geld

Nachhaltige Banken
CodeCheck

von

Nachhaltigkeit ist bereits in vielen Bereichen unseres Lebens angekommen: beim Kauf von Lebensmitteln oder Kosmetik, bei der Fortbewegung oder beim Thema Energie. Doch auch bei Deiner Bank lohnt sich ein genaues Hinsehen. Denn viele herkömmliche Banken unterstützen Projekte und Unternehmen, die mit Umweltschutz und der Einhaltung von Menschenrechten wenig zu tun haben. Wir verraten, welche Banken Dein Geld in eine bessere Zukunft investieren.

Die Anzahl nachhaltiger Banken wächst. So sammelte der grüne Hamburger Banking-Anbieter „Tomorrow“ kürzlich fast neun Millionen Euro von grünen Investoren ein. Mit jeder Kreditkartenzahlung von einem mobilen Girokonto werden bei dieser „Öko-Bank“ Soziale- oder Umweltprojekte wie zum Beispiel Aufforstung gefördert. Auch bei der Kreditvergabe wird auf die Unterstützung nachhaltiger Unternehmen geachtet. Doch worin genau unterscheiden sich nachhaltige Banken von konventionellen?

Nachhaltige Banken berücksichtigen soziale, ökologische und ethische Standards

Herkömmliche und nachhaltige Banken unterscheiden sich vor allem darin, wofür sie die Einlagen ihrer Kunden verwenden und an wen sie Kredite vergeben. Während konventionelle Banken nicht selten auch in Rüstungsgeschäfte, die klimaschädliche Förderung von Kohle und Erdöl oder in Unternehmen, die Kinderarbeit zulassen investieren, liegt der Schwerpunkt bei nachhaltigen Banken in den Bereichen Umwelt, Klimaschutz, Soziales und Bildung. Sie vergeben zudem keine Kredite an Firmen, die Menschen- oder Arbeitsrechte missachten.

Problematisch ist jedoch, dass auch bei Banken die Begriffe „nachhaltig“, „umweltfreundlich“ oder „ethisch“ nicht geschützt sind. Dies bedeutet, dass bisher keine einheitlichen Mindeststandards existieren und auch nachhaltige Banken mit Kundeneinlagen - also auch mit Geld von Deinem Konto - kritische Branchen unterstützen können. So existieren beispielsweise Banken, die trotz nachhaltigem Ansatz Atomenergie, industrielle Tierhaltung oder Erdöl- und Kohleförderung mitfinanzieren.

Diese nachhaltigen Banken sind die besten

Bei konventionellen Banken können Kunden nur in einzelne nachhaltige Produkte spezieller Fonds investieren. Wofür genau ihre Einlagen beispielsweise auf Sparkonten verwendet werden, bleibt jedoch meist unklar, da viele Geldhäuser diese Informationen nicht herausgeben. Die Untersuchungen der „Verbraucherzentrale“ sowie der Fair Finance Guide bringen Licht ins Dunkel.

Ergebnisse der Verbraucherzentrale

Von den knapp 2.000 Banken in Deutschland gibt es bisher nur wenig nachhaltige. Laut den Ergebnissen der „Verbraucherzentrale“ sind derzeit 14 auf dem Markt (darunter acht mit kirchlichem Hintergrund), die im Vergleich zu herkömmlichen neue und zukunftsweisende Standards anwenden.

Alle 14 Banken mit Nachhaltigkeitsstandards lassen keine Gelder in Unternehmen der Waffen- und Rüstungsindustrie sowie in solche fließen, die Arbeits- und Menschenrechte verletzen oder Kinderarbeit dulden. Nur sieben davon schließen Investitionen in den Kohle- und Erdölabbau aus. Für zwei Banken ist Atomkraft kein Ausschlusskriterium. Und nur sechs der 14 Banken verzichten nicht auf Investitionen in industrielle Tierhaltung.

Fünf dieser 14 Banken erfüllen alle acht der von der Verbraucherzentrale Bremen untersuchten Ausschlusskriterien für Eigenanlagen und Kreditvergabe und gehen somit als Sieger aus dem Test hervor: die Ethikbank, die GLS Bank, die ProCredit Bank, die Triodos Bank und die Umweltbank.

Der Fair Finance Guide

Eine weitere Hilfestellung bei der Wahl einer nachhaltigen Bank ist der Fair Finance Guide. Dieser beurteilt ausgewählte, führende Banken und Sparkassen im Hinblick auf ihre Kreditvergabe an Unternehmen, ihre Investitionen sowie die Vermögensverwaltung. Hinzu kommt eine Prüfung hinsichtlich deren Unterstützung von Rüstungsprojekten sowie der Verletzung von Menschenrechten.

Auch in der im Mai veröffentlichten Studie wurden 14 Banken untersucht. Gut schnitten dabei die GLS, Ethik, Triodos und KD Bank ab. Schlecht dagegen die Deutsche Bank, Commerzbank, HypoVereinsbank sowie die Sparkasse Düsseldorf und die Sparkasse Köln/Bonn, die besonders negativ bewertet wurden. Weitere Banken sollen hinzukommen.

Wechsle jetzt zu einer nachhaltigen Bank

Auch bei nachhaltigen Banken findest Du die gleiche Produktpalette aus Girokonten, Tagesgeld, Sparanlagen, Fonds, Krediten oder Baufinanzierungen. Einige Banken bieten nur bestimmte Produkte an oder fokussieren sich zurzeit nur auf ein einzelnes. So zum Beispiel die Tomorrow Bank, die bisher ausschließlich Girokonten anbietet.

Laut der Einschätzung von Experten ist das Risiko für nachhaltige Fonds, Geldanlagen als Altersvorsorge oder Aktien von nachhaltigen Unternehmen zwar etwas erhöht, jedoch handelt es sich dabei um einen zukunftsfähigen Markt mit teils höherer Rendite. Bei den oben genannten, gut bewerteten nachhaltigen Banken weißt Du zudem, dass Dein Geld in umweltfreundliche Unternehmen und Projekte investiert wird und Du damit zu einer besseren Zukunft beiträgst. Ein Vergleich der Konditionen lohnt sich jedoch hier in gleicher Weise, da natürlich auch nachhaltige Banken Profit machen wollen.

Weiterführende Links:

Ich möchte den Codecheck-Newsletter abonnieren und keine News mehr verpassen

Codecheck.info
5/5 3 Stimmen

Weitere Beiträge, die dich interessieren könnten

[final] Nachhaltige Weihnachtszeit 90
Bewusster Konsum –
[final] Kerzen 90
Grüne Inhaltsstoffe –
[final] Öko-Test Colorwaschmittel 90
Colorwaschmittel im „Öko-Test“ –

Anzeige

[final] Headerbild

Natürliche Lippenpflege in der kalten Jahreszeit

Im Winter werden die Lippen durch starke Temperaturschwankungen und trockene Luft besonders beansprucht. Mit einer reichhaltigen Lippenpflege kannst du spröden Lippen jedoch gut vorbeugen: Mit natürlichen Inhaltsstoffen, einer nachhaltigen Philosophie und ausgezeichnet mit dem 100-prozentigen Green Label von CodeCheck bringt dich die Lippenpflege von OYESS zart und geschmeidig durch den Winter.

Produkte für dich entdeckt

[final] Biofach 2024

Neues von der BIOFACH 2024

Vom 13. bis 16. Februar 2024 fand bereits zum 35. Mal die BIOFACH, die weltweit größte Messe für Biolebensmittel, in Nürnberg statt. Bei diesem Treffpunkt der Bio-Community dreht sich alles rund um die Themen Biolebensmittel, Biogetränke und ökologische Non-Food-Produkte.

Feste Duschen im „Öko-Test“

[final] Öko-Test Feste Duschen

Gute Alternativen zu herkömmlichem Duschgel

Kompakt, ergiebig und plastikfrei – immer mehr Hersteller kommen mit festen Duschen auf den Markt. Die Waschstücke werden auch gern gekauft, denn sie sind eine gute Alternative zum herkömmlichen Duschgel. Das kann „Öko-Test“ weitestgehend bestätigen. Im Test waren 30 feste Duschgele, konventionelle und zertifizierte naturkosmetische Produkte. Das erfreuliche Ergebnis: Knapp über zwei Drittel der festen Duschgele sind mit Bestnote empfehlenswert. Nur wenige Inhaltsstoffe sind bedenklich.

Sicher schminken

[final] Kinderkosmetik

Gefährliche Inhaltsstoffe in Kinderkosmetik erkennen

Prinzessin, Löwe, Ritter oder Clown: In der Faschingszeit stehen Glitzerpuder, Lipgloss und spezielle Schminksets bei Kindern besonders hoch im Kurs. Mit ein bisschen Farbe auf Gesicht und Nägeln verwandeln sie sich im Nu in bunte Fantasiegestalten. Doch ist diese Kosmetik überhaupt für Kinder geeignet? Wie sicher sind die Inhaltsstoffe? Wir haben Herrn Dr. Urs Hauri, Experte für Inhaltsstoffe in Kosmetik und stellvertretender Leiter Chromatographie des Schweizer Kantonalen Laboratoriums Basel-Stadt, zum Thema befragt.

Orangensaft im „Öko-Test“

[final] Öko-Test Orangensaft 100

Oh, oh, Orangensaft ...

„Öko-Test“ wollte wissen, ob Orangensaft, der derzeit wie andere Lebensmittel immer teurer wird, sein Geld wenigstens wert ist. Das Urteil ist nicht eindeutig. Zwar stimme die Qualität meistens, sagen die Tester:innen, aber die Arbeitsbedingungen auf den Orangenplantagen stellen sie nicht überall zufrieden. 19 Produkte standen auf dem Prüfstand, nur ein fair gehandelter Discountersaft schneidet „sehr gut“ ab.