Kritische Inhaltsstoffe in Spülmitteln: Worauf Du achten solltest

Geschirrspülmittel für Handabwasch und Maschine

Kritische Inhaltsstoffe in Spülmitteln: Worauf Du achten solltest - Geschirrspülmittel für Handabwasch und Maschine

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Um den Abwasch zu erleichtern, bietet der Handel unzählige Geschirrspülmittel für den Handabwasch oder die Geschirrspülmaschine an und die Werbung verspricht oft sauberes Geschirr in Blitzesschnelle. Doch halten die Mittel, was sie versprechen, und sind sie umwelt- und hautfreundlich? Wir haben uns angeschaut, worauf Du beim Kauf eines Geschirrspülmittels achten solltest, damit nicht nur Dein Geschirr sauber wird, sondern auch Deine Haut und die Umwelt nicht leiden.

Geschirrspülmittel für den Handabwasch

Während Teller, Tassen, Töpfe und Besteck in früheren Zeiten nur mit einer Seifenlauge abgewaschen wurden, kannst Du heute zwischen einer Vielzahl von klassischen Geschirrspülmitteln, Ökoprodukten, Sensitivgeschirrspülern und Konzentraten wählen.

Die „Stiftung Warentest“ untersuchte im Frühling 2022 insgesamt 25 Handspülmittel, die sich beim Säubern von stark verschmutztem und verkrustetem Geschirr bewähren mussten. Neben der Reinigungskraft kontrollierten die Tester:innen die Handhabung, die Hautverträglichkeit und problematische Konservierungsstoffe.

Von den getesteten Produkten erhielt lediglich das „Pril Kraft Gel Ultra Plus 5+“ die Note „Sehr gut“. Acht Handspülmittel wurden mit „Gut“ bewertet, darunter das „Aldi Alio Ultra Classic 5 in 1“.

Generell schnitten im Test Konzentrate besser ab als Öko- und Sensitivprodukte sowie klassische Spülmittel. Die Liste der Inhaltsstoffe hat sich laut der Tester:innen im Vergleich zu einem Test vor einigen Jahren verbessert. Kritische Konservierungsmittel wie das allergieauslösende Methylisothiazolinon wurden kaum noch nachgewiesen, nachdem viele Hersteller die Rezepturen umgestellt haben.

Diese Inhaltsstoffe in Handspülmitteln sind unbedenklich:

  • Tenside werden benötigt, damit sich Schmutz und Fette durch das Spülmittel in Wasser besser lösen lassen. Sie werden deshalb auch als waschaktive Substanzen bezeichnet. Per Gesetz ist in Deutschland geregelt, dass die Tenside einfach biologisch abbaubar sein müssen.
  • Alkohole sind als Lösungsmittel in Geschirrspülmitteln enthalten.
  • Proteinhydrolysate sind Gemische, die in der Regel aus pflanzlichen Stoffen wie Reis oder Weizen oder aus tierischen Produkten wie Wolle oder Gelée royale gewonnen werden. Sie dienen wie auch Aloe Vera der Hautpflege in Handgeschirrspülmitteln.

Diese Inhaltsstoffe in Handspülmitteln sind kritisch:

  • Methylisothiazolinon (MIT) ist ein Konservierungsmittel mit mikrobizider, also entkeimender Wirkung, welches Allergien auslösen kann. In Cremes ist der Stoff bereits verboten, während er in abwaschbaren Produkten wie Shampoos und Handspülmitten noch erlaubt ist.
  • Bestimmte synthetische Farb- und Duftstoffe können zu Allergien und Hautreizungen führen.

Geschirrspülmittel für die Maschine

Maschinengeschirrspülmittel gibt es in flüssiger Form, als Gelkissen oder als Pulver und Tabletten. Aufgrund der einfachen Anwendung setzen sich zunehmend sogenannte 3-in-1- oder Multi-Tabs durch. Während diese vor einigen Jahren noch einzeln in Kunststoff verpackt waren, sind die Einzelverpackungen inzwischen meistens wasserlöslich und biologisch abbaubar. Als kritisch stuften die Tester:innen dabei Benzotriazol ein, das als Korrosionsschutzmittel in Maschinengeschirrspülmitteln eingesetzt wird. Es soll auf Bestecken aus Silber Flecken und Lochfraß vermeiden. Laut Umweltbundesamt (UBA) ist diese Chemikalie für Wassertiere giftig, zumal es Kläranlagen nur schlecht herausfiltern können und es sich dadurch in Gewässern anreichert. Das Problem: Benzotriazol muss auf der Verpackung nicht eigens deklariert werden.

Umweltlabel geben Orientierung, aber keine Sicherheit beim Kauf

Wasch- und Reinigungsmittel, die in Deutschland hergestellt und verkauft werden, müssen gesetzlichen Regelungen entsprechen, die im Gesetz über die Umweltverträglichkeit von Wasch- und Reinigungsmitteln, kurz Wasch- und Reinigungsmittelgesetz (WRMG) formuliert sind. Grundsätzlich dürfen durch den Gebrauch keine schädlichen Stoffe in bedenklicher Menge in die Umwelt gelangen, und die Gesundheit darf nicht geschädigt werden. Tenside müssen einfach biologisch abbaubar sein und Phosphorverbindungen sollen eine festgesetzte Höchstmenge nicht überschreiten.

Für Laien sind schädliche Bestandteile oft schwer zu erkennen. Im Gegensatz zu Lebensmitteln und Kosmetika müssen bei Reinigungs- und Waschmitteln die Inhaltsstoffe nicht vollständig auf der Verpackung angegeben werden. Zwar sind die Hersteller laut Gesetz verpflichtet, die Zutaten von Reinigungs- und Waschmitteln auf einem Datenblatt öffentlich im Internet zugänglich zu machen, aber erstens sind sie oft versteckt und nicht leicht auffindbar und zweitens sind diese ohne chemisches Vorwissen selten verständlich. Wenn Du kritische Konservierungsmittel wie Methylisothiazolinone oder Stoffe wie Benzotriazol vermeiden möchtest, kannst Du beim Kauf auf die Label „Blauer Engel“ oder „EU-Ecolabel“ achten.

Der „Blaue Engel“ ist ein Umweltzeichen, das in Deutschland seit 1978 für besonders umweltschonende Produkte vergeben wird. Für die Zertifizierung sind unter anderem das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) sowie das Umweltbundesamt (UBA) und das Deutsche Institut für Gütersicherung und Kennzeichnung (RAL) zuständig. Mit dem Label wurden bisher vor allem Maschinengeschirrspülmittel ausgezeichnet, zum Beispiel:

Das „EU-Ecolabel“, auch Europäisches Umweltzeichen oder Euroblume genannt, wurde mit der Verordnung (EG) Nr. 1980/2000 für umweltverträgliche Produkte mit geringer Gesundheitsbelastung eingeführt. Dazu gehören nicht nur die Merkmale eines Produktes, sondern auch die Umweltverträglichkeit bei der Herstellung und Entsorgung. In Deutschland wird das „EU-Ecolabel“ durch das Umweltbundesamt und das Deutsche Institut für Gütersicherung und Kennzeichnung vergeben. Unter anderem tragen diese Handgeschirrspülmittel die Euroblume:

„Allerdings zeichnen diese Label auch Produkte, die Stoffe enthalten, die aus unserer Sicht nichts in Wasch- und Reinigungsmitteln zu suchen haben: umweltrelevante Polymere, die oft als wasserlösliche Folien für Tabs beworben werden. Schwer abbaubare Polymere bewertet CodeCheck als besonders umweltrelevant, da wir nach der Prämisse des vorsorgenden Verbraucherschutzes bewerten”, so Dr. Ruta Almedom, wissenschaftliche Leiterin von CodeCheck. Diese Stoffgruppe ist äußert vielfältig und es liegen wenig Studien zu ihren Auswirkungen auf unsere Umwelt vor.

Die Werbung stellt wasserlösliche Folien für Tabs oft als umweltfreundlich dar, denn sie gelten als in Kläranlagen vollständig biologisch abbaubar und verursachen weniger Hausmüll. Dr. Almedom: „Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Diese Folien bestehen oft aus dem Polymer Polyvinylalcohol (PVA), das zwar wasserlöslich, aber auch in gelöster Form schwer biologisch abbaubar ist. Die Abbaubarkeit des Stoffes ist nur unter ganz bestimmten Konditionen in Kläranlagen gewährleistet, die so nicht immer vorliegen.“ Studien zeigen, dass über die Hälfte dieses Stoffes gar nicht von Kläranlagen gefiltert wird, sondern ins offene Gewässer gerät. „Da PVA geladen ist, hat er das Potential, Schadstoffe wie Schwermetalle zu binden, die dann mit in die Umwelt entlassen werden. Dort verbleibt er über Jahre und Jahrzehnte und birgt Gefahren für Flora und Fauna.“

Wenn Du auf Nummer sicher gehen möchtest, frage die Hersteller nach der vollständigen Inhaltsstoffliste Deines Produkts. Mit der CodeCheck App helfen wir Dir zu verstehen, was sich hinter den einzelnen Inhaltsstoffen verbirgt und wie diese einzuschätzen sind.

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Quellen

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