Fettalkohole: Rückfettende Wirkstoffe, die Feuchtigkeit binden

Inhaltsstoffe in Kosmetika und ihre Wirkung

Fettalkohole: Rückfettende Wirkstoffe, die Feuchtigkeit binden - Inhaltsstoffe in Kosmetika und ihre Wirkung

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Welche Aufgabe übernehmen Fettalkohole in Kosmetikprodukten und wie genau wirken sie? Das erklärt dir unsere Inhaltsstoffexpertin und wissenschaftliche Leiterin Dr. Ruta Almedom im Folgenden kurz und knapp.

Stearyl Alcohol, Cetyl Alcohol und Cetearyl Alcohol, eine Mischung aus Cetyl Alcohol und Stearyl Alcohol, stecken in den meisten Hautpflegeprodukten, aber auch in Shampoos für trockenes Haar und trockene Kopfhaut. Diese so genannten Fettalkohole haben mit den austrocknenden einwertigen Alkoholen wie Ethanol nichts zu tun, obwohl sie den Namen „Alcohol“ tragen.

„Gute“ Alkohole: Fett und Feuchtigkeit für die Haut

Fettalkohole eignen sich hervorragend für die Herstellung kosmetischer Produkte. Sie sind in der Lage, in die oberen Schichten deiner Haut einzudringen und die beim Waschen verloren gegangenen Lipide, also Fette, zu ersetzen. Mit ihren hautpflegenden, rückfettenden oder feuchtigkeitsbindenden Eigenschaften können sie die natürliche Hautbarriere und den Säureschutzmantel der Haut verbessern. In den Rezepturen wirken sie als Verdickungsmittel oder Emulgatoren, helfen also, Wasser und Fett in Mischung zu halten, und verbessern so die Textur und Viskosität.

Du findest diese Inhaltsstoffe in Pflegeprodukten wie Bodybutter, Gesichts- oder Handcremes, aber auch in Waschprodukten. Die Zugabe von Cetyl Alcohol und Stearyl Alcohol in Shampoos kann helfen, die verlorenen Lipide auch in Haaren zu ersetzen und diese widerstandsfähiger gegen Zugkräfte zu machen.

Produkte mit Fettalkoholen als Inhaltsstoff

Synthetischer Stoff mit natürlicher Wirkung

Fettalkohole werden häufig aus pflanzlichen Ölen und Wachsen gewonnen. Allerdings kann Cetyl Alcohol auch aus Erdöl hergestellt werden. Leider lässt sich die Herkunft nicht am INCI Namen ablesen. Obwohl synthetisch hergestellt, wirken diese Fettalkhole aber auch wie die aus natürlichen Ölen und Wachsen. Die Inhaltsstoffe finden als Verdicker und Co-Emulgator Eingang in viele Formulierungen, beispielsweise in Form von Sonnenblumenöl (INCI Helianthus Annuus Seed Oil), Mandelöl (INCI Prunus Amygdalus Dulcis Oil), Olivenöl (Olea Europea Fruit Oil) oder Sheabutter (INCI Butyrospermum Parkii Butter).

Heute werden Fettalkohole vermehrt aus Palmöl und Kokosöl gewonnen. Palmöl als Inhaltsstoff ist jedoch problematisch, weil für die wachsende Zahl von Ölpalmen-Plantagen Regenwald zerstört wird. Die Folge sind erhebliche ökologische und soziale Probleme in den Herkunftsländern. Deshalb empfehlen wir dir, auf Produkte mit Palmöl möglichst zu verzichten oder darauf zu achten, dass nur zertifiziertes es Palmöl verarbeitet wurde.

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