Chicorée: Bitter, aber extrem gesund

Typisches Wintergemüse

Chicorée: Bitter, aber extrem gesund - Typisches Wintergemüse

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Chicorée steht auf der Beliebtheitsskala nicht gerade ganz oben. Zu Unrecht, denn er ist einer der gesündesten Blattgemüse überhaupt und – gerade jetzt im Winter – vielseitig verwendbar. In Deutschland führt er oft noch ein Schattendasein. Grund genug, diesen zarten Sproß hier mal ins Rampenlicht zu stellen-

Liegt es an seinem bitteren Aroma, dass pro Person in Deutschland nur 300 – 500 Gramm Chicorée im Jahr gegessen werden? Vielleicht. Dabei sind eben genau diese Bitterstoffe einzigartig in der Welt der Salate und besonders gesundheitsfördernd. Besonders Darm, Stoffwechsel und Kreislauf werden durch Chicorée in Schwung gebracht. Hinzukommen essentielle Vitamine und weitere für den Körper nützliche Stoffe, welche diesen zu einer der gesündesten Salatsorten macht.

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Zarte Triebe aus dem Dunkeln

Chicorée wurde bereits Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals in Belgien gezüchtet und einige Jahre später als Gemüse vorgestellt. Da er kein Sonnenlicht verträgt, wächst er im Dunkeln aus einer rübenartigen, braunen Wurzel. Diese wird im Herbst gepflanzt, und über den Winter sprießen dann seine Blätter, die circa 10 bis 20 cm lang werden. Die zarten oberen Enden sind meist gelb oder hellgrün, während die Blätter selbst weiß bleiben.

Eigentlich könnte Chicorée das ganze Jahr über angeboten werden. Das große Salat- und Gemüseangebot im Sommer hat das Gemüse jedoch auf die Herbst- und Wintermonate verdrängt.

Wertvolle Bitterstoffe für Magen & Darm

Die Liste der Vitamine und Mineralstoffe in Chicorée ist lang. Vitamin A, B, C, Kalium Zink, Phosphor, Kalzium und Folsäure sind unter anderem enthalten. Zudem steckt das zarte Gemüse voller Inulin, das nicht nur förderlich für die Darmflora ist, sondern sich auch für Diabetiker eignet. Inulin ist ein Kohlenhydrat aus Fructoseeinheiten und zählt zu den Ballaststoffen. Es ist schwer verwertbar und gelangt größtenteils unverändert in den Dickdarm.

Die Wurzel, gemahlen oder geraspelt, würde früher ebenfalls gerne bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Da Kalium und Vitamin A für die Zellerneuerung der Haut nützlich sind, kann dem Chicorée auch eine Anti-Aging-Wirkung zugesprochen werden.

Mit nur 16 Kilokalorien pro 100 Gramm ist der Chicorée außerdem ideal bei einer leichten, gesunden Ernährung. Im Jahr 2017 fand „Stiftung Warentest“ in einer Untersuchung heraus, dass Chicorée im Vergleich zu anderen Blattgemüsen wie wie Feldsalat oder Rucola auch mit weniger Schadstoffen belastet war.chicoree

Chicorée richtig lagern und zubereiten

Da Chicorée sehr licht- und druckempfindlich ist, muss mit ihm behutsam umgegangen werden. Am besten ist es, ihn in feuchte Tücher einzuwickeln. Bereits nach vier Stunden normaler Raumbeleuchtung kommt es zur Chlorophyllbildung, wodurch sich die Blätter grün färben und vermehrt Bitterstoffe bilden. Daher ist der dunkle Kühlschrank ein idealer Ort für die Lagerung. Dort bleibt das Blattgemüse bis zu einer Woche frisch.

Wer die Bitterstoffe reduzieren möchte, sollte auf jeden Fall den Strunk in der Mitte herausschneiden. Zudem hat sich das Einlegen in warmem Wasser oder Milch vor der Zubereitung zur Reduktion des bitteren Geschmacks bewährt. In den Monaten Februar und März ist zudem eine rote, mildere Variante erhältlich, welche durch die Kreuzung mit Radicchio entsteht.

Sowohl roh, gekocht, überbacken oder gebraten, das vitaminreiche Gemüse ist ein echtes Multitalent in der Küche. Gerade in Kombination mit Früchten erfreut er die Geschmacksnerven, und die einzelnen Blätter eignen sich auch hervorragend zum Anrichten und als Dekoration. Nicht zuletzt gibt er grünen Smoothies eine Extraportion Gesundheit!

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